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Konstanz, Mannenbach und seine Umgebung / / beschrieben von Felix v. Blocken
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Mainau.

grosse, stattliche Säle, 57 geschmackvolle Zimmer und eine 1Fülle antiquarischer Kunstschätze. ;

An der Treppe im Stiegenhause des Schlosses gewahrenwir einen Faun, welcher den Bacchus auf der Schulter trägt, undeinen Bacchus, der seinen Faun begrenzt. Beide Werke aus Holzgeschnitzt. Yor dem Speisesaale sind auf einer grossen Tafeldie "Wappen aller hiesigen Comture gemalt. i

Allenthalben prächtige Aussicht, die schönste und umfassendste ivom Baikone des Speisesaales im dritten Stock. J

Die Fernsicht auf den Bodensee und seine nördlichen Ufer |bis zu den rhätischen Alpen wirkt besonders beim Niedergangder Sonne oder bei aufsteigendem Monde sehr entzückend. J

Die Mainau ist gleichsam ein grosser herrlicher Park, in Jj^dem sich aber auch üppige Wiesen, reiche Aecker, Weinberge, Lmanigfaltige Gemüseanlagen mit hübschen landwirthschaftlichen i,Gebäuden und vielen edlen Obstbäumen befinden. Unter ge-waltigen Bäumen steigt man von Landungsplatz der Dampfschiffeauf Wegen und Treppen aufwärts zum Schloss, das von einem 4®bl umenreichen, wohlgepflegten Garten umgeben ist. Springbrunnen, ; ill: ckostbare Statuen und dergleichen mehr befinden sich in grosser'Anzahl. Und wie reizend sind überall an den schönsten Aus- ;| 1sichtspunkten Ruheplätzchen angebracht. Ja hier ist gut wohnen, ;; lUnd dass es alljährlich dem greisen Schwiegervater des Gross- ~herzogs, dem ehrwürdigen Kaiser Wilhelm , im Schlosse auf der sschönen Mainau, mit der weiten Fernsicht über See und Alpen,so wohl gefällt, ist leicht erklärlich. Hier ist Ruhe und Friede i,,,und die Yerse des Dichters Scheffel, die auf einem, kl einen Denk-stein am Schlossportal eingegraben stehen, sind wohl jedem Be-sucher dieses reizenden Eilandes aus der Seele geschrieben.