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Hohentwiel.
Zur Zeit der Klingeberger soll jedoch das Gebäude ihreKanzlei gewesen sein. Es haben sich hier noch bedeutende Restedes früheren Kreuzganges erhalten, welcher sich unter dem Bauhinzieht, jetzt aber grösstentheils verschüttet ist. Man findet,wenn man mühsam durch den Schutt hinunter dringt, noch wohl-erhaltene, aus Backstein erbaute Mauerpfeiler und eben solchegemauerte Ausgänge gegen die Aussenseite der Burg. Einerdieser Ausgänge führte in die Nähe des sogenannten Drachen,eines vierten Pulverthurmes auf der östlichen Seite der Burg beider Wilhelmswaeht.
Dem Klosterbau gegenüber stehen noch die vier Wände derKirche, welche Widerhold mitten in den Stürmen des Kriegeserbaute.
Sie war von verhältnissgrossem Umfange und nächst derfürslichen Burg das gröste Gebäude der Feste. Noch sind dreihohe und vier niedere Kirchenfenster vorhanden; im Übrigenwuchert wildes Gesträuchw'erk aller Art auf dem Boden der Kircheund durch die offenen Fensterwölbungen schaut der Himmel hochherein.
An der Kirche lehnt sich der noch am besten erhaltene15 m. hohe Thurm, von dem einst 10 Glocken in das Thalhinab klangen. Obgleich zum Theil abgetragen, hat er doch insofern eine Bedeutung erhalten, als in neueren Jahren auf seinenZinnen eine Belvedere errichtet wurde. Wer dasselbebesuchenwill, bat hier sein im Gasthause der Meierei gelöste Karte abzugebenund gelangt dann zu demselben durch ein geräumiges Gemach,welches von vier Seiten her durch ebensoviele Fenster freundlicherhellt ist und in dem sich ein aus Eisen gegossenes BrustbildWiderholds befindet, welches früher auf dem Portal des Komman-