Hohentwiel.
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Hof, in welchem sich ein Cisternen-Brunnen befindet. SolcheCisternen waren überhaupt vier auf der obern und eine aufder untern Festung.
Wendet man sich nun zur Linken, so erblickt man unter-halb der früheren Kirche das Ar restanten-Gewölbe, ein Ge-fängniss für schwere Verbrecher; hier sass einst wohlverwahrteine Zeit lang die Bande dös berühmten Räubers Hannickel.Links daneben stand ein kleines Gebäude, die Wachstube, inwelchem Offiziere und Soldaten ihre Vergehen büssen mussten.
Man gelangt nun auf den Paradeplatz mit zwei Cisternen,in dessen Mitte früher eine grosse Linde stand. Hier versammeltesich die Garnison und exercirte Widerhold seine Leute, instru-irte sie auch, wann er einen Streich spielen wollte. Fernermusterte hier der „Mann von Tyrol“, Herzog Ulrich, seine Leute,mit welchen er sein Land wieder zu erobern hoffte, und hieltder Kriegsheld Karl Alexander glänzende Parade ab. An dieStelle der alten abgegangenen Linde wurden am Regierungs-Jubiläum des höchstseligen Königs Wilhelm am 28. September1841 drei neue Linden zum Andenken gepflanzt
Der Paradeplatz wird im Halbkreise auf der südöstlichenBurgseite von den Überresten des sog. Klostergebäudes um-geben, oben an demselben ist noch das Stück eines Säulenknaufesalten Baustyls sichtbar. Das Kloster wurde jedoch schon früher,1005, nach Stein am Rhein verlegt, worauf die Gebäulichkeitenzu anderen Zwecken benützt wurden. Auf seinem linken Flügelwohnte nemlich in der letzten Zeit Hohentwiels der Vicekomman-dant Wolf, sowie noch andere Offiziere, in der Mitte war eineKaserne und auf dem rechten Flügel befand sich die Lehrer-wohnung, die Schule und das Pfarrhaus.
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