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Stich nicht zu verwundern, daß man zuweilen ein sol-ches Knebeln an der Haut verspührt, weil eine sogrosse Menge Haut-Nerven dahingeht. Diese Em-pfindung kann noch zugleich durch eine Schärfe, diein den äussersten Endigungen der aushauchenden Ge-fäße, unb den Drüsen der Haut, bey steh verändern-der Witterung in stocken geräth, vermehrt werden.Wunderbarer aber scheint wohl das zu seyn, daß manbisweilen dieses Knebeln mir den Augen hat sehenkönnen. Wer aber in Erwägung zieht, daß auch nocheinige Muscel- oder Flechsen Fasern zu dem Fett lin-der Haut gehen, dem wird es eben nicht schwer zubegreifen seyn, daß wenn diese widernatürlich zusanengezogen werden, man von Aug eine wellenförmigeBwegung -er Haut wahrnehmen könne.
Was die Krampst und die konvulsivische Bewe-glichen anbelangt, welche auf das Kriebeln zu folgenpflegen, so wird man wie bey jedem anderem krampf-haften Zufall, eine zweyfache Ursache derselben unter-scheider müssen. Denn entweder liegt sie in den ausserdem Gchirn befindlichen Nerven verborgen, und wirktzuerst auf diese, die dann den auf sie gemachten Ein-druck den Gehirn mittheilen: oder sie greift die indem Körpir befindlichen Nerven nicht zuerst an, son-dern sie wirkt unmittelbar auf das Gehirn. Ichglaube bey unserer Krankheit habe die erste UrsacheStatt gefunden: doch läugne ich keineswegs, daßnicht bey längerer Dauer des Uebels die kranke Ma-terie selbst in das Gehirn habe können gebracht wer-den. Wenn nemlich an entfernten Orten des Körpersetwas ist, das die Nerven stark reiht, so machen die-selbigen nach den Gesetzen der Einrichtung unsersKörpers, wenn sie den auf sie gemachten Eindruck
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