Buch 
Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
Entstehung
Seite
72
JPEG-Download
 

72

0 »

dem Gehirn mittheilen, eine so grosse Unordnung ,daß der Nervensaft mit grosser Gewalt in die Mus-culartheile eindringt. Das wußte Boerhaave wohl,welcher an einem Orte sagt: » Die Geschichte derKrankheiten lehrt uns, daß wenn Nerven, die auch an den entferntesten Orten unsers Körpers bestnd- lieh find, stark angegriffen werden, sie eine Unord- nung im ganzen Gehirn und in allen davon abhan- genden Verrichtungen zuwege bringen können.,, (16)Daher werden auch die Musceln mit grösserer Ge-walt, als bey der freywilligen Muscularbewegnngzusammengezogen. Gefetzt nun, es fragte uns jemandWetters, wie denn das zugehe, so würden wir ihnmit Boerhaave antworten: daß da wir nicht wie-sen auf was Art der Willen einen Einfluß auf unsreBewegung habe, sondern da wir blos die Wirkmgbeobachten können, uns eben so gewiß auch jene /ezteVeränderung die im allgemeinen Sitz der Sinne vor-geht, wenn eine Zuckung daher entsteht, verkwgenseyn müsse. Daß aber das Gehirn nicht gerade zuerstvon dieser Krankheit angegriffen werde, erkenren wirdaraus, weil man im Anfang derselben niemalsSchwindel oder Verwirrungen des Verstandes beob-achtet , sondern das Uebel allemal in den ersten We-gen,

(16) So wurde eine zwölfjährige Epilepsie, bey derenAnfällen die Perfon eine unangenehme Empfindungin einem Schenkel hatte, dadurch geheilt, daß maneine harte knorpelichte Geschwulst wegschnitt, die un-ten an den Wadenmufceln befindlich war, und aufden Nerv zu fitzen kam, welchen sie so empfindlichdrückte. Vergl. Nsälcal anä Oblervations,IV. x. m. 416.