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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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ihres Sorg««- und Kummer - vollen Lebens zurückge-legt. See hatte eine schwache Gesundheit, aber edlerGleichmuth und heitere Seelenruhe harten sie noch nieverlassen. In diesem Jahr ihres Alters, welches dasr77?sie war, bekam sie die ersten Anfälle einer nach-her äusserst heftigen Krankheit, die in nichts andersbeftuhnden, als in eiuem Augentriefen, das sie schonseit 1755. hatte, in einer langsamen rosenartigenVerschwärung des Augenlieder - Knorpelsund in einem gelinden Schmerz in der Nachbarschaftdes linken Knies. Dieser Schmerz nahm aber nachund nach zu, und war mit einer solchen Schwachheitdes Gelenkes verbunden, daß sie ohne die gröste Be-schwerd nicht auf dem Fusse stehen konnte.

Sie glaubte die Ursache dieses Uebels seye einegelinde Verrenkung des Gelenks, die sie sich beym insBetteg hen zugezogen, als sie wegen der ziemlichenHöhe desselben beym Hereinsteigen sich so auf den lin-ken Fuß gestützt hatte, daß das ganze Gewicht desKörpers darauf zu ruhen kam. Ihre au größere Lei-den , und wichtigere Beschwerden schon gewohnte Na-tur achtete dieses Ungemach nur wenig. Als sich aberdie Schmerzen von Tag zu Tag vergrösserten, als sievon Zeit zu Zeit ein grausames stechen in dem Fußverspührte, das bey jeder Bewegung und vornemlichbeym gehen und beym ausstrecken des Schenkels siepeinigte, und die Kranke im Märzmonat des darauffolgenden Jahres, selbst auf einen Stock sich stützendnur noch käumerlich in ihrem Schlafgemach umher-gehen konnte, so begehrte sie endlich die Hülfe desrmermüdeten Hrn. Pros. Ziervogels. Dieser konntean dem leidenden Knie nichts fehlerhaftes finden,ausser einer kleinen Hervorragung an dem inneren

Bein-