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Diese Gattung von Lungen- oder vielmehr von Lun-genfaul - Fieber ward gegen das Ende des Monats zuerst beobachtet, und befiel ins besondere alte Personen,und Leute von einem phlegmatischen Temperament.^ Es entstand ohne Zweifel von Anhäufung scharfer undzäher Feuchtigkeiten, welche die Zellen der Lungen zu-erst anfüllten, dann daselbst stockten, faul wurden,und hernach sich der Masse des Geblüts beymischten:daher entstand nun ein faulartiges Fieber, und einstechender, entzündungsartiger Schmerz in dem Rib-Lenfell.— Es fieng mit einem Fieber, engem Athem,§ Husten, heftigen Schmerz, besonders in der Gegend!des Brustbeins und der falschen Ribben, an, so daß°es einer Mittel-Fells-Entzündung ähnlich sah: alleinlman konnte es dennoch leicht von dieser unterscheiden,KN dem unterdrückten und weichen Puls, an der nichtbothen, sondern bleichen und schwarzgelben Gesichts-farbe: an der grossen Entkräftung, die schon von-Anfang der Krankheit erfolgte, auch an einem stin-kenden, gallichten Durchfalle, der bey den meistennach wenigen Tagen sich einstellte. Einige wenigebrachen mitj Heftigkeit Galle weg: die meisten andernhingegen hatten nur Reibungen zum Erbrechen. Amfünften oder sechsten Tag erfolgte ein Auswurf, wel-cher dünn und gemeiniglich gelblicht, manchmal auchmit blutigen Streifen untermischt war.
Diese Krankheit war alten Leuten am meisten ge,fährlich, und sie waren gewiß des Todes, wenn derDurchkält oder Auswurf am 4 ten oder 6ten Tag derKrankheit in Stecken geriethe, wenn ein leichtes undvorübergehendes jrre seyn dazu kam, und die einetzlSange — welches gemeiniglich diejenige von der Sei-te war, wo der Schmerz in der Brust sich befand —
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