war nemlich ein eintägiges Faul-Keder(4), dasdie Menschen zu taufenden tddete, und bis in denWeinmonat des folgenden Jahrs fortdauerte. Die-ses kam ganz gewiß vorzüglich von zwey prädisponie-renden Ursachen her, welche- beyde zugleich wirkten,einerseits nemlich von der Luft/ welche das ganze letz-te Viertel Jahr hindurch feucht und nebiicht gewesen,und dann von Theurung im Korn *), unter welcher fastganz Schweden von Ende dieses Jahres, bis zu En-de des Herbstes des töufttgen Jahres seufzete. Da-durch wurden nach und nach die Fasern geschwächt,die Ausdünstung Hinterhalten, der Kreißlauf des Ge-blüts langsamer gemacht, und die Säfte allzuzahe:daher entstanden alsdeim Verstopfungen in den Ein-geweiden, verminderte oder fehlerhafte Absonderungdes Milch-Safts (clixlus) und endlich gleichsam ei-ne allgemeine Verderbniß und Faulniß der Säfte. DieKrankheit verbreitete steh aber nicht nur aus diesenUrsachen allein, soudern auch, weil die herumirrenden
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*) Diese Theurung vom Korn, kam theils von der grossenSonnen.Hitze im Brach- und Heumonat, theils vonder kalten Nacht des i;ten Augusts her. Beyde tha-ten dem Felde unermeßlichen Schaden: beyde warenden Menschen und dem Wehe verderblich. — Denndie Menscheu, und besonders die ärmere Classe dersel-bigen, hatte damals etliche Monate nichts zu essen,als Baum-Rinden, Heckerling, Strohhalme, gcdörr.te und wieder weich gekochte Knochen u. s. w. — Unddas Vieh bekäme entweder allerhand Moose, Baum-flechten, Heidekraut (llriLs.), Tann-Kreiß, oder mußte(und so kamen viele Pferde um) aus Mangel an Fur-ier geradezu crepieren.