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wahren Rühren zählen, oder ob ich ihre Ursache indem graßierendm Faulsieber, welches sich jetzt beson-ders auf die Gedärme versetzt hatte, suchen soll? O-der ob ich vielleicht beydes annehmen dörfe? Dem seyjetzt aber wie ihm wolle, genug, es war höchß nö-thig zwey verschiedene Heil-Methoden einzuschlagen.Man mußte daher denen, welche Erbrechen und Fie-ber-Hitze hatten zu Ader lassen, und öfters schmerz-stillende mit gelind stärkenden und anhaltenden versetzteMittel geben: da man hingegen denen, welche die ge-wöhnlichen Zufälle hatten, mit Brech- und abführen-den und endlich mit adstringierendm Mittel» zu Hül-fe kommen mußte *).
Einige
*) Ich bediente mich gewöhnlich folgender Methode zurLur dieser Epidemie. ,) Wo erbrechen, oder deut-liche Zeichen einer zu b.förchtmden Entzündung in denEingeweiden vorhanden war, da ließ ich an dem Armeine Ader öfnen. 2) Gab ich ein sehr gelindes abfüh.rendes Mittel aus einem Tamarinden Decoct. ;) Ichverschrieb ein alle vier Stund zu wiederholendes Pul-ver aus zwey Gran von der Rinde der Brechwurzel,drey Gran Quaßien Exkract, ein Viertels Gran Möbn-saft, und fünf Gran Pichurim Bohnen. 4) Ich ließoft ein flanellenes Tuch, das in einen lauen Aufgußvon Hollunder-BIumen getaucht war, als Fomenta-livn auf den Unterleib auScgcn, und verordnete 5) häu°figes nach den Umständen einzurichtendes Getränk, ent-weder aus Gersten-Wasser, worinn Weinsteinrahm undArabisches Gummi aufgelöst war, oder aus Stahl-milch (lsc cÜLlzceLcum).
Wo aber die Ruhr ohne Erbrechen und Entzündungszei-chen vorhanden war, da verordnete ich 1) gleich An-fangs der Krankheit ein Brechmittel aus der Ipeca«