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Lesebuch für die erste Stufe der Sekundarschule / hrsg. von der kantonalen st. gallischen Sekundarlehrer-Konferenz
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Das Haupt er traurig senkte.

Roland ritt hinterm Vater herUnd trug ihm seinen starken SpeerZusamt dem festen Schilde.

28. Doch wie sie kamen vor das SchlossUnd zu den Herrn geritten,

Macht er von Vaters Schilde losDen Zierat in der Mitten;

Das Riesenkleinod setzt er ein,

Das gab so wunderklaren Schein,

Als wie die liebe Sonne.

29. Und als nun diese helle GlutIm Schilde Milons brannte,

Da rief der König frohgemut:

Heil Milon von Anglante!

Der hat den Riesen übermannt,

Ihm abgeschlagen Haupt und Hand,

Das Kleinod ihm entrissen!

30. Herr Milon hatte sich gewandt,

Sah staunend all' die Helle:

Roland! sag an! du junger Fant!

Wer gab dir das, Geselle?

Um Gott, Herr Vater, zürnt mir nicht,

Dass ich erschlug den groben Wicht,

Derweil Ihr eben schliefet!

Ludwig' Uhland.

105. Rolands Schwanenlied.

K önig Karl, der hielt ein Mahl mit SchallIm Schlosse zu Paris,

Als auf der Jagd von RoncevallRoland sein Leben liess.

2. König Karl sprang auf in Angst und Zorn,Er horchte lang und tief:

Mir ist, als hört ich Rolands Horn,

Das fern um Hilfe rief.