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Das Bauernbrot »n EmmeiUal.
Spätestens um vier Uhr im Sommer, ja während der „großeWärche" (Saat- und Erntezeiten) um zwei bis drei, erhebt sichdie Bäuerin zu ihrem schweren Tagwerk. Nachdem aateigget (dieabgemessene Wassermenge mit der Mehlmasse vorläufig vermischtworden) ist, gilt es, jedes Stäublein gleichmäßig zu durchtränken.Dies wird erreicht, indem man bald nach nicht durchdrungenenKlümpchen („Chnülzeli") fahndet und sie vollständig zerreibt, baldganze Massen, soviel mit beiden Händen sich ergreifen läßt, aufhebtund niederschlägt. Das klatscht und platscht, das zischt und gurgelt,das ächzt und stöhnt! Denn „'s Pnrebrot wird nid chüstigs, we nides paar Schweißtröpf dry chöme." Ab und zu greift die Knetendezum Mueltechratzer, der kleinen eisernen Ziehhacke, und machtStelle um Stelle auf dem Boden des Backtroges frei, um immerneue Partien in Behandlung zu kriegen. Dieses Mueltech ratze istweit in der Runde bestens bekannt.
Unterdes ist in dem mächtigen Backofen, der noch fast in jedemBauernhause weit in die Stube hineinragt, das prasselnde Feuerverglommen, und entweder der lange Besen aus Tannreisig, oderder an eine Stange gekettete durchnäßte Ofewüiisch (Ofeuwischer)hat seine Neinignngsdienste getan. Ein im Vordergrund des Ofensaus Kleinholz entzündetes Vorfüür leuchtet erst zu einem anmutigenVorspiel, dann zum gewichtigen Hauptakt.
Die Bäuerin setzt nämlich eine Ehre darein, wenn irgend mög-lich schon zum Frühstück den ganzen Tisch mit Kuchen besetzen zukönnen. Dem fertigen Teig hat sie daher einen kleinen Teil ent-nommen, und hat ihn mittelst der hölzernen Handwalze uuströöltzu mächtigen Scheiben, welche nun auf dem entsprechend breiten,langstieligen Chnecheschüssel in den Ofen ygschosse werden.
Die Hauptmasse des Teiges aber wird uus'brotet: in mächtigeBrotlaibe, bis sechs Kilo schwer, geformt. Mittelst des Brotschüsselswerden auch sie „ygschosse", durch Fürerszieh (Vorwärtsziehen) nachden ungleich warmen Stellen vorn und hinten im Ofen ausgewechselt,und endlich use'zoge. Die nachträglich aus allen Ecken der Muldezusammengekratzten Reste, als Umhüllung etwa eines Apfels mitdiesem verbacken, munden als Mueltechratzerli den längst daraufwartenden Kindern vorzüglich.
Nicht minder den Großen das kaum erkaltete frische Brot.Ganz besonders gilt dies von der oberseitigen Kruste, dem obereRawft, dessen Wohlgeschmack und zugleich einladendes Aussehen bis-weilen durch ein während des Backens aufgelegtes Wirsingblatt (aberplaudert das Geheimnis nicht aus!) noch erhöht wird.
Doch auch sonst findet der «»verwöhnte Gaumen daS köstliche