Mondlandschaft. — Lied eines Landmanns in der Fremde.
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16«. Abendlandschaft.
Karl Friedrich v. Matthisson.
1. Goldner Schein 5. Malerisch
Deckt den Hain; Im Gebüsch fQuelle,
Mild beleuchtet Zanberschimmer Winkt, mit Gärtchen, Laub undDer umbüschten Waldburg Trümmer. Die bemooste Klansnerzelle.
2. Still und hehr 6. Pappeln wehn
Strahlt das Meer; Auf den Höhn;
Heimwärts gleiten sanft wie Schwäne Eichen glühn, zum Schattendome
Fern am Eiland Fischerkähne.
3. SilbersandBlinkt am Strand;
Röter schweben hier, dort blässerWolkenbilder im Gewässer.
4. Rauschend kränzt,Goldbeglänzt,
Dicht verschränkt, am Felsenstrome.
7. NebelgrauWebt im Tau
Elfenreigen dort, wo RüsternAm Druidenaltar flüstern.
8. Auf der FlutStirbt die Glut;
Wankend Ried des Vorlands Hügel, Schon verblaßt der AbendschimmerWild umschwärmt vom Seegeflügel. An der hohen Waldburg Trümmer.9. VollmondscheinDeckt den Hain;
Geisterlispel wehn im ThaleUm versunkne Heldenmale.
161. Lied eines Landmanrrs in der Fremde.
Johann Gaudenz v. Salis-Seewis.
1. Traute Heimat meiner Lieben! Sinn' ich still an dich zurück,Wird mir wohl, und dennoch trüben Sehnsuchtsthränen meinen Blick.
2. Stiller Weiler, grün umfangen von beschirmendem Gesträuch!Kleine Hütte, voll Verlangen denk' ich immer noch an euch!
3. An die Fenster, die mit Reben einst mein Vater selbst umzog,An den Birnbaum, der daneben auf das niedre Dach sich bog;
4. An die Stauden, wo ich Meisen im Holunderkasten fing;
An des stillen Weihers Schleusen, wo ich Sonntags fischen ging.
5. Was mich dort als Kind erfreute, kommt mir wieder leibhaft vor;Das bekannte Dorfgeläute widerhallt in meinem Ohr. sSee;
6. Selbst des Nachts in meinen Träumen schiff' ich auf der HeimatSchüttle Aepfel von den Bäumen, wäßre ihrer Wiesen Klee;
7. Lösch' aus ihres Brunnens Röhren meinen Durst am schwülen Tag,Pflück' im Walde Heidelbeeren, wo ich einst im Schatten lag.