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Fabeln und Parabeln.
2. Endlich kam man übercin,Taß der Löwe, wenn er wollte,Diesen Streit entscheiden sollte;Und was konnte klüger sein?
3. Beide treten tiefgebücktVor des Tierbeherrschers Throne,Der mit einem edlen HöhneAuf das Paar herunterblickt.
4. Endlich sprach die MajestätZu dem Esel und dem Farren:„Ihr seid alle beide Narren!" —-Jeder gafft ihn an — und geht.
III. Das Johanniswürmchen.
Gottlieb Konrad Pfeffel.
1. Ein Johanniswürmchen saß, seines DemantscheinsUnbewußt, im weichen Gras eines Bardenhains.
2. Leise schlich aus faulem Moos sich ein Ungetüm,Eine Kröte her und schoß all' ihr Gift nach ihm.
3. „Ach, was hab ich dir gethan?" rief der Wurm ihr zu.„Ei", fuhr ihn das Untier an, „warum glänzest du?"
IV. Glauben.
Abraham E Manuel Fröhlich.
Mit dem Vogel sind geflogenSeine Kinder übers Meer.
Droben ward der Himmel trüber;Drunten brausten Sturmeswogen,Und die Kinder klagten sehr:
„Ach, wie kommen wir hinüber?Nirgend will ein Land uns winken,Und die müden Schwingen sinken."Aber ihre Mutter sagt:
„Kinder, bleibet unverzagt!
Fühlt ihr nicht im Tiefsten innenUnaufhaltsam einen Zug,
Neuen Frühling zu gewinnen?Auf! in jenem ist kein Trug.
Der die Sehnsucht hat gegeben,Er wird uns hinüberhebenUnd euch trösten balde, baldeIn dem jungbclaubten Walde!"
V. Still-Keben.
Abraham E Manuel Fröhlich.
1. Das Büchlein singt so vor sich hin:„Ich habe gleich vergnügten Sinn,
Und wenn ich auch ein Strom nicht bin,Der siegreich Felsgebirge zwingt,
Der hundert Landen Segen bringt,
Und dem des Ruhmes Lied erklingt.
Der Welt Getümmel stört mich nicht,Der Wettersturm empört mich nicht,Und Ruhm und Glanz bethört mich nicht.
2. Ich gehe langsam meinen SchrittUnd Glück und Ruhe wandeln mit,Das Thülchcn grünt von meinem Tritt;Ein Blümchen hier, das zu mir winkt,Ein Lamm, das aus der Hand mir trinkt,Ein Sternlein dort, das niederblinkt!Die Vöglein musizieren mir,
Und mit einander singen wir:
O blieb' ich, Thalchen, stets bei dir!"