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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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269
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Beowulfs Tod.

269

Die sich ein BrautgeschenkZu erbitten wagte.

Reiche die rotenRinge mir dar,

So dich verlangtNach meiner Liebe,

Nach meiner LiebeUnd lautrer Gunst!"

32. Da hob Thrym an,

Der Thursenfürst:

Bringt mir den Hammer,

Die Braut zu weihen,

Legt den Miöllnir

Der Maid in den SchoßUnd gebt uns zusammenNach ehlicher Sitte!"

33. Da lachte dem Hlorridi

Das Herz im Leibe,

Als der hartgeherzteDen Hammer erkannte.

Thrym traf er zuerst,

Den Thursenfürsten,

Und zerschmetterte ganzDer Riesen Geschlecht.

34. Er schlug auch die alteSchwester des Zoten,

Die sich das BrautgeschenkZu erbitten gewagt.

Ihr schollen SchlägeAn der Schillinge Statt,

Und HammerhiebeErhielt sie für Ringe.

So zu seinem HammerKam Odins Sohn.

55. Beowulfs Tod.

Aus dem Angelsächsischen (8. Jahrhundert). Von Wilhelm Hertz.

Doch die Wunde begann in wilder GlutSchwärend zu schwellen, und schwankend empfand er,Daß Todesbrand ihm die Brust durchtobte,

Giftiger Geifer. Da ging der Held,

5 Der Siege satt, und setzte sich niederBor der ragenden Bergwand, der Riesen Bau,

Und schaute hinein in das Schatzgewölbe.

Säulen stützten den steinernen Saal.

Um den Blutenden war der blühende Freund,

10 Der treffliche Degen, treulich bemüht.

Er löste den Helm dem lieben HerrnUnd besprengt' ihn mit Wasser. Der Wunde sprach:Nun würd' ich der Wehr und WasfenrüstungGesamten Besitz meinem Sohne geben,

15 Wenn ein leiblicher Erbe mir verliehen wäre.

Dieses Volkes waltet' ich fünfzig Winter.

Kein Fürst der Nachbarn nah und fernWagte mich mehr mit Waffen zu grüßenIm Schrecken der Schlacht. Meine Schicksalszeit20 Weilt' ich im Wohnsitz und bewahrte das Meine.