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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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Aus der Zerstörung von Troja.

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So brüllt der Stier, wenn er, gefehlt vom BeileUnd blutend, dem Altar entspringt.

6. Die Drachen bringt ein blitzgeschwinder SchußZum Heiligtum der furchtbarn Tritonide;

Dort legen sie sich zu der Göttin Fuß,

Beschirmt vom weiten Umkreis der Aegide.

Entsetzen bleibt in jeder Brust zurück;

Gerechte Büßung heißt Laokoons Geschick,

Der frech und kühn das Heilige und HehreVerletzt mit frevelhaftem Speere.

7.Zum Tempel," ruft das Volk,mit dem geweihten Bilde!Und flehet an der Göttin Milde!"

Sogleich strengt jeder Arm sich an;

Die Mauer wird geteilt, die Stadt ist aufgetan,

Und auf der Walze künstlichen WogenRollt es dahin, von Strängen fortgezogen;

Verderbenträchtig, schwanger mit dem BlitzDer Waffen, rollt's in Priams Königssitz.

8. Und hochbeglückt, den Strang berührt zu haben,

Der es bewegt, begleiten Jungfrauen und KnabenMit heil'gen Liedern die verehrte Last.

O meine Vaterstadt, so reich an Siegeskronen!

O heil'ges Land, wo so viel Götter thronen!

In deiner Mitte steht der fürchterliche Gast.

Viermal hat es am Eingang stillgehalten,

Und viermal klang das Erz in seines Bauches Falten.

9. Uns warnt es nicht! Von wütender BegierdeVerblendet, fetzen wir die unglückschwangre BürdeBeim Tempel ab. Apolls Orakel sprichtWeissagend aus Kassandrens Munde;

Es spricht von Trojas letzter Stunde;

Wir glauben selbst der Gottheit nicht.

Von festlich grünem Laub muß jeder Tempel wehen,

Und morgen ist's um uns geschehen!

10. Indessen wandelt sich des Himmels Bogen,

Und Nacht stürzt aus des Meeres Wogen;

Mit breitem Schatten hüllt sie Land und HainUnd den Betrug der Myrmidonen ein.

An Trojas Mauern fängt es an zu schweigen;

Der Schlummer spannt die müden Glieder los;

Da naht, den Mond allein zum stillen Zeugen,

Der Griechen Flotte sich von Tenedos.