8
III. Porp'rkricgc. Uni 480 v. Chr.
Dazu kam noch eine Flotte von 1000 Kriegsschiffen, von denen jedesdurchschnittlich 100—200 Ruderer hatte. — l») Aber auch die Griechenwaren seit dem denkwürdigen Tage von Marathon nicht müßig geblieben.Auf den Rat des schlauen Themistokles hatten die Athöner eine eigent-liche Flotte geschaffen. Statt den Ertrag der staatlichen Silberminenunter die Bürger zu verteilen, wurde er zum Bau von Schiffen ver-wendet und diese mit Bürgern der 4. Klasse bemannt. — e) Wohl hatteneinige griechische Staaten unter sich einen Bund geschlossen; allein derSchrecken vor der Riesenmacht der Perser war so groß, daß ganz Nord-griechenland und beinahe alle Inseln den persischen Gesandten Erde undWasser überreichten. Einzig Sparta und Athün waren zum äußerstenWiderstand entschlossen.
4. Tl^svnrF^^llr. 480 v. Chr. — u) An dem Engpaß zuThermopylä, wo das Meer von der einen, und ein hohes Gebirge vonder andern Seite nur einen schmalen Weg gestattete, stand der KönigLeünidas mit 300 auserwählten Spartanern und etwa 6000 Verbün-deten. Viele der andern Griechen befanden sich auf den Schiffen; denndas Orakel, d. i. die Weissagungsstätte zu Delphi, hatte ihnen geraten,hinter hölzernen Mauern Schutz zu suchen. Themistokles aber hatte demrätselhaften Spruch die Deutung gegeben, daß sich die Griechen auf dieSchiffe rette» sollten. Nicht weit von Thermopylä lag die griechischeFlotte, die gegen 300 Schiffe zählte. Sie kam zuerst in den Kamps.In drei Schlachten, au drei aufeinander folgenden Tagen, hinderte siedie persische Flotte am weitem Vordringen. — I>! Xerxes rückte gegenThermopylä heran. Er konnte nicht glauben, daß eine so kleine Scharseinen Hnnderttausendeu Widerstand leisten werde. Er ließ sie auffordern,ihre Waffen abzuliefern. „Komm und hole sie!" war die Antwort. Mandrohte: „Der Perser sind so viele, daß ihre Pfeile die Sonne verfinsternwerden!" Ein Spartaner erwiderte darauf: „Desto besser, dann werdenwir im Schatten kämpfen." — v) Der nun beginnende Kampf warfurchtbar. Die Griechen stachen die stets in neuen Scharen heranstür-menden Perser mit ihren langen Waffen zu Hunderten nieder. Es wurdeAbend, ohne daß die Perser den geringsten Erfolg erreicht hatten. Amfolgenden Tag schickte Terxes „die Unsterblichen," seine besten Truppen,zum Angriff vor; umsonst; auch sie wurden zurückgeschlagen. Hier schonwäre die ganze Macht der Perser gescheitert, wenn ihnen nicht ein ge-heimer, ungenügend besetzter Bergpfad, der sie den Griechen in den Rückenführte, verraten worden wäre. Leünidas hätte sich noch rechtzeitig rettenkönnen; allein er zog es vor, für sein Vaterland zu sterben und dadurchdie Feinde so lange aufzuhalten, bis seine Bundesgenossen sich zurückgezogenhatten. — <I) Die Zurückgebliebenen schritten bewußt und absichtlich demsichern Untergang entgegen; ihr Anführer weihte sie durch Opfer demHeldentode. Jetzt galt es für sie nur noch, das Leben so teuer wiemöglich zu verkaufen. Leünidas ging zum Angriff über. Die Griechen