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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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Seite
9
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III. Porserkriegc. Um 480 v. Chr.

U

hieben die Perser zu Tausenden nieder. Der Kampf war so furchtbar,daß diese ihre Truppen mit Peitschenhieben in den Engpaß hineinjagenmußten. Allein von vorn und hinten bedrängt und mit Pfeilen über-schüttet, schmolz das kleine Häuflein der Griechen immer mehr zusammen.Ihre Schwerter brachen; da wehrten sie sich mit dem Dolch, ja zuletztnoch mit den Zähnen. Die Heldenschar wurde bis aus den letzten Mannniedergehauen. e) Eine einfache Inschrift erinnerte später den Wan-derer an ihren Opfertod; sie lautete:Fremdling, sage den Lakedämoniern," so hießen damals die Einwohner der Halbinsel Peloponnösdaßwir ihrem Befehl gehorsam hier liegen."

o Sälcrmis. 480 v. Chr. u) Wie ein verheerender Heu-schreckenschwarm brach nun das persische Heer über Griechenland herein.Die Bewohner unterwarfen oder flüchteten sich. Viele Athener aber konntensich nicht entschließen, ihre geliebte Stadt samt all den Heiligtümern zuverlassen. Doch eine List des Themistokles bewog sie zur Abreise.Als nämlich die Opfertiere, ohne Zweifel wegen geheimer Vorfütterung,nicht fressen wollten, so wußte er geschickt dies so zu deuten, daß dieGötter die Stadt bereits verlassen hätten. Nach der Flucht der Athönertraf A'erxes ein und verwüstete die herrliche Stadt. d) Die griechischeFlotte stellte sich nun bei der buchtenreichen Insel Sülamis, fast angefichts der brennenden Stadt Athem, auf. Auf dieser Insel befanden sichviele Frauen und Kinder der geflüchteten Athener, während die kriegs-tüchtigen Männer sich auf den Schiffen zum entscheidenden Kampfe rüsteten.Die Griechen besaßen etwa 300 Schiffe, ihre Feinde aber dreimal mehrund bessere. Weit gefährlicher aber als die Perser war ihnen die aus-brechende Zwietracht. Die Lakedämonier weigerten sich, bei Salamiszu kämpfen. Sie wollten sich der heimatlichen Küste nähern, um anihren Landtruppen eine Stütze zu haben. Bereits hatte man bei derLandenge von Korinth eine Schutzmauer aufgeworfen, welche die Perserabhalten sollte, in Lakedämonien einzudringen. Umsonst baten die Athonerdie Lakedämonier dringend, sie in diesem entscheidenden Augenblicke nichtzu verlassen. Diese beschlossen, am folgenden Morgen abzufahren.v) In dieser furchtbaren Gefahr griff der kühne Themistokles zu eineräußersten Kriegslist, welche den Abzug der Verbündeten unmöglichmachen sollte. Er ließ nämlich Xerxes durch seinen vertrautesten Sklavenheimlich sagen, daß er ihm als Freund rate, die Griechen während derNacht mit seiner Flotte einzuschließen, da sie unter sich ganz uneinigund fluchtbereit seien und ihm sonst entrinnen könnten. Lerxes traute demSchlauen und schloß die Griechen sogleich vollständig ein, so daß keinFliehen mehr möglich war. Er hatte schon am Ufer auf einem Hügelseinen Thron aufgeschlagen, um dem Gefechte zuzusehen. «1) Wie derMorgen graute, begann die fürchterliche Seeschlacht und dauerte den ganzenTag. Die Perser konnten ihre Macht in der engen Bucht nicht ent-falten und kannten auch die Klippen nicht, gegen die sie von den orts-