XXIV. Christoph Kolumbus. 1-192.
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schüft. Gutenberg konnte sich endlich durch die Unterstützung guter Freundewieder eine kleine Druckerei anlegen, doch war es ihm nicht möglich, mitFust zu wetteifern. Dieser ließ die gedruckten Bücher, fast ausschließlichBibeln, auf den Messen und Marktplätzen verkaufen. — k) Die Buch-druckerkunst kam manchem als Zauberei vor. Die Bücherabschreiberschalten Gutenberg einen Schwarzkünstler, der mit dem Teufel in Ver-bindung stehe. Die Kunst des Buchdrucks blieb einstweilen noch Geheimnis,doch nicht lange; denn 1462 wurde Mainz erobert und geplündert, auchdie Druckereien wurden zerstört. Die Gehilfen Fusts zerstreuten sich,legten an andern Orten eigene Druckereien au und verpflanzten so dieKunst nach allen Himmelsrichtungen. — sp/i Gutcnberg starb 1468 fastvergessen in Mainz, ohne daß er äußere Vorteile aus seiner Erfindunggezogen hätte. Sein Verdienst, so klein es auch scheint, kann nichthoch genug geschätzt werden. Was andere Völker und Zeiten erdenkenoder erschaffen, das kann sich jedes Volk leicht durch Vermittlung desBuchdrucks aneignen.
XXIV. Christoph Kolumbus.
1492.
Die EntLecknnNsreifeil der Dorlngiefcn. — a) Neben den Er-findungen innren die Entdeckungen von der größten Bedeutung. Die Portugiesengingen darin im 15. Jahrhundert allen anderen Völkern voran/ Ihr Bestreben warbesonders darauf gerichtet, einen direkten Seeweg nach Ostindien zu finden; denndie bisher benutzten Landwege, die aus Asien zu den Häfen des MittclmeereSführten, waren beschwerlich. — b> Der pnrtugiesischc Prinz Heinrich, genannt derSeefahrer, schickte mutige Segler aus, welche im Jahre 141!» die ganz mit Waldbedeckte Insel Madeira entdeckten. Sie zündeten den Wald an; sieben Jahrelang soll er gebrannt haben, woraus Reben und Zuckerrohr in dem also gedüngtenBoden herrlich gediehen. Südlich davon stiegen sie aus die kanarischen Inseln,woher etwa hundert Jahre später sich die lieblichen Kanarienvogel in Europa ein-bürgerten. Kühne Seefahrer erreichten einige Jahre daraus die kapverdischenund Azoren-Inseln; ja einige gelangten sogar nach Guinea, überschritten die„Linie," d. i. den Äquator und straften damit viele Fabeln Lügen; denn manchehatten geglaubt, daß hier daS Meerwasser kochend heiß und das Land versengt sei,daß an anderen Orten das Meer von Ungeheuern wimmle, die mit ihrem riesigenRücken die Schisse in die Luft schleudern würden. — v) 1486 erreichte Bart holo-müuo Dias die Südspitze von Afrika, die er Kap der Stürme nannte. SeinKönig aber hieß sie Kap der guten Hoffnung, indem er sagte: „Nun habenwir ja gute Hoffnung, daß wir Afrika umsegeln und nach Ostindien kommen können."Aber erst 1498 wurde diese Hoffnung durch Vasco de G am a erfüllt. Unterdessenwar aber eine viel wichtigere Entdeckung gemacht worden.
1. Kolnrnpns' Ulan einer? rneplichen Dnecli-palsrt. — >i) Die großen Erfolge der Portugiesen spornten auch See-fahrer anderer Nationen zu ähnlichen Versuchen an. Weiter nach Westenin die unermeßliche Wasserwüste segeln, hieß bis dahin so viel als Gott