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.XXIV, Christoph Kolumbus. 1192.
Insel Jamaika, Eine Fortsetzung der Fahrt gestatteten die sckadhaftenFahrzeuge nicht. Auch fesselte ihn Gicht ans Krankenlager. Eine großeZahl seiner Leute verließ ihn und streifte raubend und plündernd ausder Insel umher. Deshalb verließen ihn die Indianer auch und liefertenihm keine Nahrungsmittel mehr. Seine ihm treu gebliebenen Leute hattenblutige Kämpfe mit den untreuen Plünderern zu bestehen, und nur mitMühe gelang es ihnen, sie zur Pflicht zurückzuführen. Eine List ver-schaffte Kolumbus bei den Indianern wieder Achtung. Eine Mondfinster-nis, deren Eintreten und Dauer Kolumbus wohl kannte, deutete er listigals das Antlitz des über ihre Weigerung erzürnten Gottes. Endlich er-schienen zwei Schiffe und brachten Kolumbus nach Hayti, von wo erbald nach Spanien zurückfuhr. — «) Hier mußte er erfahren, wie manseine Verdienste auf jede Weise zu verkleinern suchte. Einst prahlten einige,eine solche Entdeckung hätten sie auch machen können; seine Schiffe nachWesten treiben lassen, sei gar keine Kunst, noch weniger ein Verdienst.Da forderte er sie auf, ein Ei auf die Spitze zu stellen. Keinem gelanges. Hierauf nahm Kolumbus das Ei, drückte seine Spitze ein wenigein und stellte es auf den Tisch. „Ja, so hätten wir's auch gekonnt!"„Ganz richtig," erwiderte Kolumbus lächelnd, „der Unterschied ist bloßder, daß ihr es so hättet machen können, daß ich es aber so gemacht habe."— ä> Im Jahr 1506 starb Kolumbus in Valladolid, aber nicht imGlauben, daß er eine neue Welt, sondern im Wahn, daß er die Ost-küste Asiens oder Indiens entdeckt habe. Seine Gebeine ruhen jetzt inSevilla. — e) Aber auch nach dem Tode verfolgte ihn der Undank.Die neue Welt hätte eigentlich Kolumbia heißen sollen, statt dessen wurdesie Amerika genannt und zwar nach dem Florentiner Forscher Xmtzri^oVaspucoi (spr. tsch), der die erste ausführliche Beschreibung über den neuenErdteil veröffentlicht hat.
Lortor 1519; Magclhüens 1520; pi),aro 1531 Folgen. — a.) Das
Beispiel des mutigen Kolumbus spornte zur Nachciferung an; 1519 entdeckte underoberte Ferdinand Cortez Mexiko. Hier hatten die Azteken einen Staatgegründet, der, die Menschenschlächtereicn für ihren Kriegsgott abgerechnet, herrlichblühte und bewies, daß die Indianer auch in einem geordneten Staatswcsen undnicht bloß als Wilde zu leben imstande seien. Unter den furchtbarsten und blutigstenKämpfen behauptete Cortez die Herrschaft in Mexiko. Die Eroberung und Behauptungdieses Reiches gehört zum Abcnteucriichsten, was die Weltgeschichte kennt. — b> Inden Jahren 1519—1522 wurde zum erstenmal die Weit umsegelt. Magelhüens(spr. Magaljünsch) war der kühne Seefahrer. Mit 237 Mann auf 5 Schiffen verließer Spanien, fuhr glücklich durch die nach ihm benannte Magelhuensstraße an derSüdspitze Südamerikas und stieß nach unsäglichen Leiden aus die Philippinen, woer ermordet wurde. Nur 18 Mann und ein Schiff erreichten die Heimat wieder. —o) Im Jahre,1531 unterwarf Franz Pizarro unter Vcrübung unbeschreiblicherGrausamkeiten das goldreiche Peru. Hier traf er das Reich der Inkas, die nocheinen Hähern Grad von Kultur erreicht hatten, als die Azteken; besaßen sie dochprachtvolle Häuser, Wasserleitungen, Kunststraßen u. a. m. — M Die Entdeckungenhaben besonders im Handel eine II m wälzung zustande gebracht. Der Binnenhandelwurde zum Welthandel. An Stelle von Venedig und Genua wurden Spanienund Portugal die ersten Handelsmächte der Welt. Etwa hundert Jahre später