!>0 XXVI. Reformation. Marti» Luther. 1517.
Stadt, an einem Tage Tausende niedergemetzelt; auch an den andernOrten erlagen sie. Im Ganzen sollen über 50,000 Bauern gefallensein. Jetzt verschlimmerte sich das Los des Bauernstandes.
0. Fortgang der Reformation. Lnttjers
Tod. — n) Der Bauernkrieg that dem Fortgang der Reformationkeinen Eintrag. Ein Land um das andere nahm die neue Lehre an.Besonders neigten sich ihr die Städte zu. Das Gut der aufgehobenenKlöster und Stiftungen wurde zu wohlthätigen Zwecken verwendet; dochgab es nicht wenige Fürsten, die sich damit bereicherten und aus Hab-und Ländergier sich der Reformation anschlössen. — 1») Überall, wodie Reformation Eingang fand, wurde die Messe abgeschafft, statt der-selben das Abendmahl in beiderlei Gestalten, Brot und Wein, gereichtund der Gottesdienst in der Landessprache gehalten; die Mönche undNonnen wurden ihrer Gelübde entbunden; die Ehe ward den Geistlichengestattet. — c) Luther selbst verheiratete sich mit einer ehemaligen Nonne,Katharina von Born mit Namen, mit der er bis zu seinem 1546 erfolgten Ende glücklich lebte. — <I> Auf dem Reichstag zu Speier 1520wurde durch eine katholische Mehrheit beschlossen, daß die Evangelischenin Religionssachen sich aller Neuerungen enthalten, d. i. die Reformationnicht weiter verbreiten sollten. Dagegen protestierten, d. i. verwahrten sichvier evangelische Fürsten und 14 Städte. Die Anhänger der neuen Lehreerhielten davon insgemein den Namen Protestanten. Sie überreichtenim Jahre 1530 auf dem Reichstage zu Augsburg dem deutschenKaiser ihr Glaubensbekenntnis, die sogenannte Äugsburger Konfession.Darin wird klar dargelegt, worin die Protestanten mit den Katholikenübereinstimmen und worin sie von ihnen abweichen.
T. Huldreich Zmirrgli; Ichcrrrrres Tcrlmrr. —
ri> Wie Luther in Deutschland, so begründeten Zwingli und Calvin dieReformation in der Schweiz. Zwingli (1484—1531), der in Zürichwirkte, war nicht bloß auf die Verbesserung der religiösen, sondern auchder politischen Zustände bedacht; namentlich bekämpfte er das Reislaufenoder das Söldnerwesen der Schweizer. Bald schlössen sich ihm die Städtean. Mit Luther suchte er eine Einigung zu erzielen; jedoch ohne Erfolg.Die innern Kantone hingen treu am alten Glauben und bekämpften dieReligionsneuerer mit dem Schwerte. In der Schlacht bei Kappet wurdendie Zürcher überrascht und geschlagen. Zwingli, der diese als Feldpredigerbegleitete, fiel. — b) Der Genfer Reformator Johannes Calvin(1500bis 1564) schloß sich Zwingli an, wich indes in einigen Punkten von ihmab. Er ivar ein Mann von hohem Geiste und unerbittlicher Sittenstrenge,aber unduldsam. Die Anhänger Zwinglis und Calvins heißen Refor-mierte; sie finden sich hauptsächlich in der Schweiz, in Holland undSchottland. Während Dänemark und Schweden zum Protestantismusübertraten, entstand in England die bischöfliche oder Hochkirche, die sich