XXVII. Gegenreformation.
III
wohl in der Lehre meist an die protestantische, im äußern aber mehr anf die katholische Kirche anschließt. Auch in Frankreich, Österreich, Italien
und Spanien faßte die neue Lehre Boden.
XXVII. Gegenreformation.
1. Korrrrl rrr TrNerrt. Jesuiten. — »i Kaiser Karl Vhoffte noch immer, Katholiken und Protestanten zu vereinen. Darumdrängte er den Papst, ein Konzil auszuschreiben. Lange wehrte sich dieser,weil er fürchtete, jenes möchte sich wie früher über die päpstliche Gewalt stellen. Erst 1545 wurde es in Trient in Südtirol eröffnet; esdauerte beinahe zwanzig Jahre. Da der Papst dasselbe durch einen Ge-sandten leitete, weigerten sich die Protestanten daran teil zu nehmen.Deshalb kam keine Einigung zu stände. Doch ist es für die katholischeKirche von der allergrößten Bedeutung geworden. Ihre Lehre wurde ge-prüft und in möglichst bestimmte Ausdrücke gefaßt. Mißbrüuche wurdenabgeschafft, und die Geistlichkeit zu strenger Sitte angehalten.'. Die Spal-tungen in ihrem Innern hörten fast ganz auf; so verhalf der Protestan-tismus der katholischen Kirche zu innerer Kräftigung. — 1i > Jetzt zeigtesich auch unter den Katholiken ein regeres Leben ; neue Orden entstanden.Keiner hatte ein wechselvolleres Schicksal als derjenige der Jesuiten, inwelchem der Reformation der größte Gegner erwuchs. Er wurde vondem Spanier Jgnaz von Loyola gegründet und 1540 vom Papst alsOrden bestätigt. Als Beichtväter und Lehrer erlangten die Jesuiten baldin allen katholischen Ländern einen maßgebenden Einfluß. Sie betrach-teten es als ihre Hauptaufgabe, den Protestantismus, wie überhaupt alle„Ketzerei," zu bekämpfen.
2. KarilMlornänsnacht. 24. August 1572. — n) DieLehre Calvins hatte in Frankreich viele Anhänger, daselbst Hugenottengenannt, gewonnen. Es kam zu mehreren Religionskriegen. Endlich schiendie Ruhe wieder hergestellt zu sein. Katharina von Medici lspr. tschi >,die ränkevolle Mutter des französischen Königs, vermählte sogar ihreTochter Margaretha mit dem hugenottischen Fürsten Heinrich von Navarra.Zum Hochzeitsfeste kamen viele angefehene Hugenotten nach Paris. DerKönig Karl IX. umarmte den greisen Admiral Coligny, ein Hauptderselben, und versicherte, daß dies der glücklichste Tag seines Lebens sei.— d) Katharina aber, die bis dahin den König geleitet hatte, fürchtete,durch Coligny verdrängt zu werden und ihren Einfluß zu verlieren. Siefaßte deshalb mit Gleichgesinnten den ruchlosen Plan, die Hugenottenermorden zu lassen. Der schwache König gab nach kurzem Widerständefeine Einwilligung dazu. Fünf Tage nach der Hochzeit, in der Nachtvor dem 24. August, dem Äartholomäustage 1572, gab die Glocke