95
XXVIII. Die FreiheitskSmpfc der Niederländer. 1568—1648.
länder mitten in der Ernte die Dämme und setzten ihre Äcker unterWasser, damit die sieggewohnte Geusenflotte ihnen Hilfe bringen konnte.Leiden war gerettet. — d) Greulich hausten die schlechtbesoldeten spanischenSoldaten in den ohnedies schon schwer heimgesuchten Südprovinzen;Antwerpen wurde 1576 von ihnen ganz ausgeplündert, 500 Häuserwurden verbrannt und 8000 Einwohner getötet. Die Entrüstung darüberwar im ganzen Lande so groß, daß sich alle Niederländer zur Vertreibungder spanischen Soldaten einigten; aber diese Einigung dauerte nicht lange;
Wilhelm von Oranion.
denn die Südstaaten (Belgien) hielten am katholischen Glauben fest undwurden darin besonders durch den neuen Statthalter Alexander Farnesevon Parma, den Sohn der Margaretha, bestärkt. — o) Die Nord-staaten hingegen schlössen 1579 die Union von Utrecht; sie sagten sichgänzlich von Spanien los. Philipp II. setzte 25,000 Goldkronen aufden Kopf Wilhelms von Oranien, der die Seele des Widerstandes war;fünf Mordanschläge mißlangen; endlich im Jahre 1584 sank Wilhelmvon drei vergifteten Kugeln getroffen. Schwere Zeiten brachen nach seinemTode über Holland herein; Parma eroberte eine Stadt nach der andernzurück. 1585 mußte sich nach langer Belagerung und bewundernswürdigerGegenwehr auch Antwerpen ergeben. Wiederum verließen Tausende ihres