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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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XXIX. Der dreißigjährige Krieg. 16181648.

6. Der sranxöstsrh-srlirvedif<t7e Krieg. 1633 bis1648. aj Nach dem Heldentode Gustav Adolfs übernahmen derHerzog Bernhard von Weimar und der schwedische Kanzler Oxen-stierna die Leitung des Heeres. Bald wich die mustergültige Disciplindes schwedischen Heeres einer beispiellosen Zuchtlosigkeit. Schon seit ge-raumer Zeit hatte sich auch Frankreich zum Kriege herzugedrängt. Seinschlauer Minister Richelieu, der im eigenen Lande die Hugenotten be-kämpfte, verband sich mit den Protestanten, um den Kaiser zu schwächenund aus der Zwietracht Deutschlands Vorteile zu ziehen. d) Wallen-stein weilte, während die Schweden Bayern verwüsteten, müßig in Böhmen;denn er mochte dem Herzog Max, der s. Zt. seine Absetzung betrieben,die Verwüstung schon gönnen. Wallenstein machte Miene, krankheits-halber sein Kommando niederzulegen. Etwa 40 Hauptleute seines Heeresersuchten ihn, dies nicht zu thun und waren bereit, ihm schriftlich Treueund Beistand zu versprechen, solange er die Armee im Dienste des Kaisersbrauchen werde. Bei einem Festmahle in Pilsen, wo der Wein reichlichfloß, soll ihnen von Wallenstein ein anderes Blatt zum Unterschreibenvorgelegt worden sein, worin die Worteim Dienste des Kaisers" weg-gelassen waren. Das Versprechen in dieser Form war von WallensteinsFeinden beim Kaiser als Rebellion und Verrat gedeutet. Der Kaiser be-schloß deshalb seine Absetzung und befahl Gallas, sich seiner tot oderlebendig zu bemächtigen. Wallenstein befand sich in Eger. Zwei Offizierein seinem Heere, Gordon und Buttler, faßten den ruchlosen Plan,ihren Feldherrn zu ermorden. Der 25. Februar 1634 war zur Aus-führung desselben bestimmt. Sie luden für den Abend dieses Tages dieGenerale Wallensteins zur Tafel. Während der Mahlzeit ließen sie dasHaus umstellen, alle Zugänge verschließen und die Generale ermorden.Dann begaben sich die Mörder nach der Wohnung Wallensteins undversetzten auch ihm den Todesstoß. Der Kaiser ließ die Güter desselbenunter die Mörder und abtrünnigen Generale verteilen. e) Im gleichenJahr wurden die Schweden, deren Heer jetzt zum größten Teil ausDeutschen bestand, bei der schwäbischen Stadt Nördlingen gänzlich ge-schlagen. Gleichwohl zog sich der Krieg noch jahrelang mit wechselndemGlücke hin. Bernhard von Weiniar erfocht bei Rheinfelden, obBasel, einen glänzenden Sieg. Er wollte das Elsaß zu seinem Herzog-tum nmschaffen, starb aber plötzlich. Der gichtkranke, geniale Tvrstensonfolgte ihm als Oberbefehlshaber; er brachte den Kaiserlichen auf demBreitenfelde, bei Leipzig, eine zweite Niederlage bei und schlug sieauch in Böhmen. Schon hatte der General Königsmark die Kleinstadtvon Prag erobert, als die Kunde vom Friedensabschluß eintraf und allenFeindseligkeiten Einhalt gebot. So schloß der Krieg da, wo er begonnen hatte.

T. Der irrejckfrili>14)0 Frieden. 1648. 8.) Schon im Jahre1641 hatten in den westfälischen Städten Münster und Osnabrückdie Friedensunterhandlungen begonnen. Allein das wechselnde Kriegs-