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Weltgeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen in methodischer Anordnung / von Rudolf Luginbühl
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148
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148 XXXVI. Der Kaiser Napoleon 1. 18041814.

1. lLlsarairtersUiilderrrrrt; Uapoieorrs. a- Am

2. Dezember 1804 wurde Napoleon I. feierlich zum Kaiser der Fran-zosen gekrönt. Zu diesem Anlasse hatte er extra den Papst nach Pariskommen lassen, damit er ihn salbe. Als er ihm aber die Krone aus-setzen wollte, entriß sie Napoleon seinen Händen und setzte sie sich selbstauf, desgleichen auch seiner Gemahlin Josephine. I») Die Regierungs-weise Napoleons I. glich derjenigen Ludwigs XlV. Die ganze Verwal-tung war centralistisch; alles hing von seinem Willen ab; mit derträgen Ruhe kehrte im Volke auch die Knechtschaft zurück. e) Napo-leon 1. war ein außerordentlicher Mensch. Er suhlte, handelte und dachtenicht, wie andere Menschen zu thun pflegen. Diese bedürfen der Liebe;

Napoleon I.

er hielt sie für ein Kennzeichen der Schwäche. Andere Menschen sindErregungen zugänglich und verraten ihre Gefühle durch den Gesichtsaus-druck; Napoleon beherrschte sich so sehr, daß man aus seinem Marmorgesichtunmöglich seine Gedanken lesen konnte. <I) Er besaß eine unermüdliche Arbeitskraft. Selten schlief er mehr als drei Stunden; es warihm sogar möglich, tagelang Ununterbrochen zu arbeiten; man sah ihn18 Stunden lang an derselben Arbeit sitzen. Durch nichts ließ erl sichzerstreuen. Nicht selten diktierte er vier Sekretären zu gleicher Zeit, ohnesich in einem Wörtchen zu irren. e) Er besaß in Staatsgeschäften