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Leitfaden für den zoologischen Unterricht in den unteren und mittleren Klassen der höheren Schulen / von Karl Kraepelin
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Klettervögel.

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in die ein kreisrundes Eingangsloch gemeißelt wird. Die Eier sind weiß. DieSpechte sind ungesellige, fast über die ganze Erde verbreitete Stand- undStrichvögel, die sich außer von Insekten auch von Sämereien des Waldesnähren. Tannenzapfen werden oft in einen Rindenspalt eingeklemmt, um sieleichter zermeißeln zu können (Specht sch miede). Ihre Stimme ist meist hell,gleich der mancher Falken. Daneben haben namentlich unsere größeren Artendie merkwürdige Gewohnheit, durch schnelle Schnabelhiebe einen dürren Astin laute, knarrende Schwingungen zu versetzen.

Ihr Nutzen scheint im allgemeinen den Schaden,den sie durch Zerstörung des Holzes und Fressenvon Sämereien anrichten, zu überwiegen.

Der grofje Buntfpc^t (Dendrocopus major;

Fig. 136), ein prächtig schwarz, weiß undrot gefärbter Vogel, ist bei uns der häufigsteSpecht; er bewohnt namentlich die Tannen-wälder. Seltener der mittlere und derkleine Buntspecht (von Sperlingsgröße).

Der $(f)U)ar3fped)t (Picus martius), ganzschwarz mit rotem Fleck auf dem Kopf, istunser größter Specht; er bevorzugt eben-falls den Tannenwald, namentlich den derGebirge.

Der oberseits grün gefärbte <2>rihtfped)t (Ge-cinus viridis) gräbt auch Ameisenhaufen auf.

Eine eigene Gruppe bildet der erdfarben braunund grau gesprenkelte, hauptsächlich von Ameisenlebende Weitbeljals (Jynx torquilla). Er hat keinenStemmschwanz und ist bekannt wegen seinerseltsamen Verrenkungen und Grimassen, wenner geängstigt wird. In seiner dunklen Nisthöhlesperrt er dann den Schnabel auf und zischt wieeine Schlange.

2. Fam. Kuckucke (Cuculidae). Die Kuckucke haben eine Wendezehe,einen langen, gerundeten Schwanz und langen, schwach gebogenen Schnabel(Fig. 137). Es sind scheue, ungesellige, von Insekten sich nährende Vögel,die namentlich in den wärmeren Zonen in zahlreichen Arten verbreitet sind.Die meisten bauen im Gegensatz zu unserm gemeinen Kuckuck ein Nest.

Der geittdttC KudUct (Cuculus canorus; Fig. 137) gleicht äußerlich inseinem grauen, schwarz gebänderten Gefieder dem Sperber, woraus sichder Aberglaube der Landleute erklärt, daß beide sich ineinander verwandeln.Er nährt sich hauptsächlich von den forstschädlichen Spinnerraupen, deren

Fig. 136. Großer Buntspecht.