278 •• Abschnitt. Die Kreise oder Stämme des Tierreichs.
Ein Nervensystem ist bei den Hohltieren nur schwach entwickelt, undzwar meist als zarter Nervenring unter der Tentakelkrone. Bei den frei leben-den Quallen kennt man auch bläschenförmige Sinnesorgane.
Die Hohltiere sind fast durchgehends Meeresbewohner, teils dem Bodenfest anhaftend, teils frei schwimmend. — Man kennt etwa 4500 Arten,
Die Merkmale der drei Hauptklassen, deren letzte aber einen besonderen„Unterkreis“ bildet, sind hier kurz zusammengestellt:
A) Hohltiere ohne Hautporen. Die Mundöffnung ist meist von Fangarmenumkränzt. Mit Nesselzellen.
1. Koralfettpoltjpen: Meist festsitzend und durch Knospung Stöckebildend, welche von kalkigen Skelettbildungen gestützt werden.Körperhöhle vorn mit Schlundrohr, das an strahlig gestelltenScheidewänden der Leibeshöhle befestigt ist (vgl. Fig. 461).
2. (Öualknpolppen: Frei schwimmend oder festsitzend, einzeln oder inStöcken. Körperhöhle ohne Munddarm (vgl. Fig. 458), oft zu einemden Körper durchziehenden Kanalsystem entwickelt. AusgeprägterGenerationswechsel (Polypen - Quallen).
B) Hohltiere mit zahlreichen Hautporen, die in ein wimperndes Kanal-system führen, welches die Leibeswand durchsetzt. Keine Fangarme(vgl. Fig. 478). Keine Nesselzellen.
3. Scfitpätnmc.
I. Klasse: Korallenpolypen (Anthozoa).
Der Bau der Korallenpolypen tritt am deutlichsten bei einem Einzeltierohne Skelettbildung hervor, wie es die bekannten Seeanemonen darstellen(vgl. Fig. 466). Dieselben erscheinen als mehr oder weniger zylindrische oder
Fig. 461. Längsschnitt durch eine Seerose. Fig. 462. Querschnitt durch eine Seerose.
kegelförmige, mit breiter, fleischiger Sohle der Unterlage aufsitzende Tiere.Auf der Spitze des Kegels findet sich die von zahlreichen hohlen Fangarmen(Tentakeln) umstellte Mundöffnung, welche in ein kurzes, nach innen zu will-