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Leitfaden für den zoologischen Unterricht in den unteren und mittleren Klassen der höheren Schulen / von Karl Kraepelin
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Korallenpolypen.

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kürlich verschließbares Schlundrohr (Fig. 461 M) führt (dem eingestülptenMundkegel des Süßwasserpolypen). Dieses Rohr wird durch zahlreiche, vonder Leibeswand strahligzu demselben verlaufende Scheidewände (Fig. 461 S)in seiner Lage gehalten. Die in der Tiefe einfache Leibeshöhle wird dahernach oben zu durch diese Scheidewände in getrennte Kammern (Fig.462K;Querschnitt) geteilt, deren Hohlraum sich in die einzelnen Fangarme fortsetzt.Die Verdauung der von den Fangarmen eingeführten Nahrungsstoffe vollziehtsich erst in der eigentlichen, gekammerten Leibeshöhle, deren Innenraum vonwässeriger Blutflüssigkeit erfüllt ist, die durch Flimmerhärchen in Bewegunggesetzt wird. Die Eier entwickeln sich an den radiären Scheidewänden.

Dieser einfache Bau der Seeanemone ist nun bei allen übrigen Korallen-tieren im wesentlichen wiederzufinden, wenn auch zweiMomente vielfach die vorhandene Gleichartigkeit ver-wischen: die Stockbildung durch Teilung oderKnospung, und die damit meist Hand in Hand gehendeEntwicklung eines stützenden Skelettes.

Die Skelettbildungen sind der Hauptsachenach Ausscheidungen der Körperwand. Vornehm-lich kann man zwei Hauptarten solcher Skelette unter-scheiden. Bei den Rindenkorallen scheidet die Sohleeine Hornsubstanz aus, welche die Mitte der Sohlekegelförmig emporwölbt und nun beim Wachstum desStocks in dessen Innerem höher und höher emporsteigt, um schließlich einehornige (zuweilen auch Kalksalze enthaltende) Achse zu bilden, um welchedie eine zusammenhängende weiche Schichtüber ihr bildenden vielen Einzeltiere desPolypenstocks gelagert sind (Fig. 463). Beiden Steinkorallen hingegen ist die vonder Sohle und vom Grunde der Außen-wand des jungen Einzelpolypen ausge-schiedene Skelettmasse kalkig. [Da dieSohle strahlige Falten besitzt, so zeigtauch die von ihr ausgeschiedene Kalk-masse strahlige Leisten (Septen; Fig. 464).

Mit dem Auswachsen des jungen Einzel-polypen zum Korallenstock wächst dieausgeschiedene Kalkmasse allmählich vonunten her zum Kalkbaum empor, dessenabgestorbene Äste dann an den leerenKelchen mit ihren strahlig gestelltenSepten noch deutlich erkennen lassen, wo ein fleischiger Polyp mit seinerSohle gesessen hat (vgl. Fig. 468 a).

Fig. 464. Schematischer Durchschnitt durcheinen Korallenpolypen.

Fig. 463. Längsschnittdurch eine junge Gorgonidemit Achsenskelett.