Infusorien.
295
Als Anhang zur Klasse der Infusorien sind zu erwähnen:
1. Die Geißelträger oder Flagellaten. Sie gleichen in vieler Hinsicht den In-fusorien, besitzen aber an Stelle der Flimmerhaare nur eine oder wenige langepeitschenförmige Geißeln zur Fortbewegung (Fig. 486 a, 6, c). Manche haben einenZellmund (Chilomonas; Fig.
486a) und nehmen feste orga-nische Stoffe in sich auf; andereentbehren desselben und schließensich in Bau und Ernährung denPflanzen an (Assimilation unorga-nischer Nahrung mit Hilfe vonChlorophyll), wie die GattungEuglena (Fig. 4866) und diekolonienbildende Gattung Vol-vox. — Eine besondere Gruppebilden die im Meere lebenden,stecknadelkopfgroßen Noktiluken(Fig. 487) mit fast kugeligem,durchsichtigen Gallertkörper, diein unsern nordischen Meeren dasMeeresleuchten hervorrufen. —
Parasitische Flagellaten sind unteranderen die Trypanosomen (Fig.
488), welche in Afrika die ge-fürchtete Schlafkrankheit desMenschen und die Nagana-krankheit der Huftiere verursachen. Sie werden durch den Stich von Tsetsefliegen(Glossina papalis, G. morsitans) in das Blut übertragen.
2. Die Gregarinen. Es sind mit Leibeswand, nicht aber mit Wimpern oder Geißelnausgestattete Parasiten, die hauptsächlich im Darm fleischfressender Insekten Ieben.'-Verwandt mit ihnen sind die berüchtigten Blutamöben (Plasmodium), welche durchZerstören der roten Blutkörperchen die verschiedenen Arten des Wechselfiebersoder der Malaria bedingen. Ihre Übertragung erfolgt mit dem Speichel derstechenden Anophelesmücken (vgl. S. 206).’
Fig. 486. Flagellaten, [a Chilomonas, b Euglena, c Peridinee.
Fig. 488. Trypanosomen.
Fig. 487. Noktiluken.