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I. Abschnitt. Die Kreise oder Stämme des Tierreichs.
II. Klasse: Wurzelfüßer (Rhizopoda).
Der Körper entbehrt einer festen Wandung und ist daher zu beständigerFormveränderung befähigt. Die die Ortsbewegung und Nahrungsaufnahme ver-mittelnden Fortsätze des protoplasmatischen Körpers (Pseudopodien) sind teilskurz und lappig, teils zu äußerst zarten, fadenförmigen Strängen ausgezogen.Sie können in letzterem Falle netzig ineinander fließen, um irgend einen Stoffaußerhalb des Leibes zu verdauen, und auch wieder beliebig in die Leibes-masse zurückgezogen werden. Ein odermehrere Zellkerne sind meist vorhanden.
Selten bleibt die Leibesmasse ohnefeste Einlagerungen (Amöben). In derRegel scheidet das Protoplasma feste Kalk-oder Kieselgebilde ab, welche entwederaus zierlichen, strahlig gestellten Nadeln,oder aber aus mannigfach geformten, viel-fach durchbrochenen und gekammerten,zusammenhängenden „Gehäusen“ be-stehen, aus deren Lücken und Poren dasProtoplasma nach außen strahlt (Fig. 489).
Die Wurzelfüßer sind vorwiegendMeerestiere, auf dessen Grunde ihreabgestorbenen Schalen im Laufe der Zeiten nicht unbedeutende Schichtenbilden können. So kenntman auch namentlich aus derKreide- und Tertiärzeit mäch-tige Lager von fossilen Schalendieser Tiere.
Die Gruppe der $tral)l=ttcrcfjen oder RoMolarienumfaßt Formen des Meeresmit wunderbar zierlichenKieselskeletten (Fig. 489)in allen nur denkbarenMustern, wie ineinander ge-schachtelte Kugeln, Urnen,
Helme usw. Ein innerer Teildes Protoplasmaleibes ist beiihnen durch eine zarte Mem-
, .. n , Fig. 490. Sonnentierchen mit vielen Kernen (K) und Zentral-
bran von asm äulScrcn ab- kapseln. V Vakuolen. N Nahrungsballen.
Fig. 489. Radiolaria.