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Curieuses und reales Natur-, Kunst-, Berg-, Gewerck- und Handlungs-Lexicon ... / nebst einer ausführlichen Vorrede Herrn Johann Hübners
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1603-1604
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»So; Rip-rapS Riffe

Rißig

Rivek

Rip-raps, nennen die Englischen Schif-Leute dasstetige spielen und zusammenschlage» der klei-nen Wellen, bey der kleinen Insul Logger-heaeUkcy genannt, unweit des CapCatochillWest-Indien.

Risco, Rifico, heisse» die Kauffleutedie Gefahr,so ihnen aus dem Handel möchte zuwachsen,wenn sie daL Wechsel-Recht überschreiten, it.die Wagung, daher sagen sie, ich will den Scc-Rilcn oder die See-Gefahr wagen, oder dafürstehen, daher kvmint: Risqi>irc»,Risigirn,istso viel alshazardiren, etwas wagen, und ge-schiehet gar vielfältig bey den Kauffleiiten,welche über See und band handeln, und dabeyvielen Gefährlichkeiten unterworffen seynd,sonderlich in Kriegs-und Wintcrs-Zeiten.'i»Sturm und Ungewitter,für Ece-Räubcrcy,und dergleichen.

RlliZaUu, nennen die Italiäner das in der Erdenausgearbeitete gelbe Arsenicum .

Rispnste, ist die Bewegung, die ein Pferd thutsich zu rächen, weün es auf einen jeden Sporn-Stich hinten ausschlägt.

Riffehciffen in der^rckireüurgewisse geometri-sche Vorstellungen von einem Bau. Man batdavon verschiedene Arten, als Haupt-Risse,

Delineationes, Dtjsäns, itzeund-Rlffe, Icüno-graphias, 2lufrlsft, Orthographias, Durch-schnitte 1 C.

Risse, werden insgemein die Gedaucken derMahler genannt, welche sie «rdmair z derAusführung eines Werckes, so sie aussinnen,aufdasPapierentwerffen. 'Es gehören auchunter diese Risse die studia der grossen Mei-ster, das ist, die Theile, welche sie nach der Na-tur gezeichnet, als die Köpffe, Hände, Füsse,und gantze Figuren, Kleidungen, Thiere, Bau-me, Pflantzcn, Blumen, und endlich alles, wasbey der Composition eines Gemähldes vor-kömmt. Denn es sey nun, daß man entwe-der einen guten Riß in Ansehung des Gemähl-des, dessen --tee er ist, oder in Betrachtung ei-niger Theile, dessen Studium er ist, betrachte,so verdienet doch solches jederzeit curieuferGemüther Anfmercksamkcit. Und obgleichdie Erkänntniß der Riffe nicht so hoch zu hal-ten, noch so weitlaufftig ist, als der Gemählde,

. so ist sie doch nichts dcstvweniger deiicar und pi-kant, dieweil ihre grosse Anzahl den Liebha-bernihre GritiqueausziiübenGelegenheit gie-bct, und auch hierncchst die Arbeit, welche siedabey finden, voller Geist ist. Die Riffe be-zeichnen fcwcharacter eines Meisters genug-sam, und weisen, ob seine Ocmclebhafftvderschwer, seine Gedancken hoch oder gemein ;und endlich, ob er von guter Erfahrenheit sey,und einen guten Oour von allen Theilen habe,welche sich auf dem Papier cxprimiren lassen.Der Mahler, welcher ein Gemählde völlig insMerck richten will, muß dahin bemühet seyn,wie er, so zu reden, aus sich selbst gehen möge,damit nian die Theile, so er nicht gar zu wohlverstehet, dennoch loben möge: wenn er abereinen Riß machet, so ergiebt er sich seiner Oc.nie. und zeiget würcklich, was er verstehe.Eben aus dieser llrsache siehet man in der gros-sen Herren Eablnctten , daß man nicht allein

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die Gemählde, sondernamML^,'«.ten Meistern, aissgehoben. ftiib ßHc inä-semem m den Rissen drey Dinge »XAn -als p dw WissenschG, J) ßund Z) die Freyheit. Durch die Wissaiili«verstehe ich eine gute c.'mpokoon, 2rcctenundvon bun gour gemachten UMemer obwurdigen Verständniß diskichg"Schattens: Unter dein Wort Esprit, h r 2ich eine lebhaffteund natürlicheAusdräwdes subieSi, insgemein, und derer Objectminsonderheit: Sie Freyheit aberiflnichti»ders, als eine Geschicklichkeit, welche die«zmammen gebracht, damit sie die i-ic-mssekMahler im Geist und in Gedanckenh-t,b»i-tig und fre» exprlmireninöge: Nachdem»diele drey Sachen in einem Risse «orkmi»,nachdem ist solcher mehr oder imiMÄimren.

Rissig lausten, heist der Bergmann , M«Graben-oder Rinnen-weiie laufen.

Risos sardonicus, heist der Krampfan den ich»Kinnbacken.

Kicorno, Rückwechscl, s.Rewur-Wechscl.Ritratto, das Einnehmen der SlückwechsÄHie«Kauffleuten.

Ritter, kc>ue5, Chevalier , heist I ) insgMlll »

ieder von Adel ; 2 ) derjeuige ins beseckn,der in einen gewissen Orden aiifgenmm,und davon den Nahmen samt gewisse» Am-zeichen trägt. SolchcOrdenwcrdenli»m-

üdvden, o-dlncr miiita>c5, Ordres it Chm'ini

gcnennt; als z.E. derIohanniter-Vrdm,der Elephanten-Drden, der Vrde» desgüldenen Vileffesw.

Ritter, Sporn, Confdsdt, regalis flore mijoremultiplici variorum colorum, Odcitrijr^piregius, Dslphmitim, V0N dicker skhöMI'Ä'Mhabe» wir blaue, Rosen - Farbe«, Nstr-Farbcnc, blau und weiffe, auch MiM«und weiß gemengt. Sie wird vo» chkEa-nien gezogen, erfordert keine siiiderlicheM-

tung, als daß man ste desEomiiieck dei m-

ckenen Wetter fleißig begiesse: bey mu«Svmnier-Wetter tragen sie reiffcnS«»»die Blunien aber vergehen gegen denLvuim,Der «vilde Ritter-Sporn, c«#* --z-i» »venfis, wächstaufden Fruchtäckcrn.Ritter-Sporn, gelber, s. oiakumuminmERirrorneiio, ist in derMusic eine klirkeZns»menstimmungder Instrumente» zwiichenM

Rin, heist bey den Bergleuten einins Gestein hauen, daß sie (Stucf trno.drein seyen können, und verschraintc W«damit loß gewinnen : wen» nun aasWeise eine Wand weggebracht wird,»«»

Riy-Eift m ist fast wie ein Bcr^W"'ins Gestei» hauet,darein man Stuck und Wseyen kau, vcrschrämte Wände damit "! ck

wiiinen.weniianfsolcheMaaßeine,"«

gebracht ivird, so heist man es geipocftai.Rlyen, heist mit einem solche» Leen mt»Hivec, ist die äusserste Spitze vom Nag b ^

ein Pferd beschlagen ist, und welche M»'"Horn ausgehet.