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De electione gratiae, von der Gnaden-Wahl oder von dem Willen Gottes über die Menschen : das ist, eine kurtze Erklärung und Einführung des höchsten Grundes, wie der Mensch zu göttlicher Erkentniss gelangen möge : auch wie die Sprüche H. Schrift zu verstehen sind, welche vom gefallenen verderbten Adam, und dann von der neuen Wiedergeburt aus Christo handeln / geschrieben nach göttlicher Erleuchtung von Jacob Böhmen im Jahr 1623; vollendet den 8. Febr.
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22 X V. Von der Cap.2.

«inen eigenen Wille», über die Temperatur auszuführen erhe-bet . sich infaffet und sich vom sanken Willen abbricht, und indie Phantaiev einführet; wie Herr Lucifer, und die SeeleAdams gethan haben, und noch heute in der menschlichenScientz, und in der seelischen Eigenschaft geschieht, darausein Distel-Kind, falscher Scientz (teuflischer Art) geborenwird, welche der Geist GOttes kennet, von welchen Christusfagete: Sie waren nicht seine Schafe. ,1ol>. 10:26. Item, daßder alleine GOttesKind st», dessen Seele nicht vom Fleisch«och Blut, noch von dem Willen eines Mannes, sondern vonGOtt, das ist. aus rechter Göttlicher Scientz, aus der Tem-peratur, als aus der Wurtzel des Liebe-Feuers, entsprossen sey-1: ,z. In welche verderbte Adamische Scientz GOtt feinLiebe-Feuer in Christo wieder eingeführet, und wieder in desLichtes Temperatur, als in des Lich. es Scientz, eingewurtzelthat; davon hernach soll weiter gehandelt werden.

z;. Und wie wir nun in der Feuers Anzündn ng zwey We-sen verstehen, als eines im Feuer > und das ander im Licht,und also zwey Prmcipi-,: also ist uns auch von GOtt zu verste-hen. Er heisset alleine GOtt nach dem Lichte, als in denKräften des Lichtes, da gleich auch die Scientz innen offenbarist, und auch in unendlicher Schiedlichkeit. aber alle im Liebe-Feuer, da alle Eigenschaften der Kräften ihren Willen in Ei-nen, als in die Göttliche Temperatur gebe» , da in allen Ei-genschaften nur ein einiger Geist und Wille regieret, und stchdie Eigenschaften alle in eine grosse Liebe gegeneinander undineinander begeben, da je eine Eigenschaft die andere in gros-ser feurischer Llebe begehret zu schmecken, und alles nur einsgantz liebliche, ineinander inqualirende Kraft ist und aber sichdurch die Schiedlichkeit der S ientz in mancherley Farben,Kräften und Tugenden einführen, zur Offenbarung der un-endlichen Göttlichen Weisheit.

z6 Wie wir dessen ein Exempel an der blühenden Erdenhaben, an den Kräutern, da aus der Scientz der Temperatur,aus dem guten Theil schöne liebliche Früchte wachsen, unddargegen aus der Scientz der feurischen Natur. mit Einfas-sung des Fluchs der Erden, (indeme sie der HErr wegen desMenschen und des Teufels Falls halben verflucht, und zu ei-nem Abtreiben aufstinem Test vorbehalten hat) eitel böse stach-lichte, chistlichte Früchte wachsen, welche doch noch ein Gutes

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