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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Vorkommen des Winterschlafes,

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sollen aueli unter dem' Eise wach bleiben. Da sic jedoch durchLungen athinen und wie die Planorhen stets an die Oberflä-che des Wassers kommen müssen, um Luft cinzielien zu kön-nen 1 ), so Hess sich erwarten, dass sic heim Einfrieren derseichten Gewässer, in denen sie leiten, auch eine Suspensionder Respirations - Thätigkeit erfahren, und dem Winterschlaferliegen müssen, wenn dieser auch weniger tief sein, leichterunterbrochen werden möchte als hei den ihnen nahe stehendenLandthieren. Ich bewahrte, um hierüber Gewissheit zu erlan-gen, im Winter 184/ 5 eine grosse Anzahl von Wasserschnek-ken, von Limnacus stagnalis sowohl, als von Limit, pereger,Planorbis margiualis und Plan, eornens in mit Wasser gefüll-ten Schalen auf, die heim Gefrieren des Wassers in den Win-terschlaf verfielen, beim Aufthauen desselben aber sofort er-wachten.

Die Erkcnntniss der Lebensweise im Wasser wohnender Thie-re, wird durch ihren Aufenthalt überhaupt sehr erschwert, unddie Angaben über den Winterschlaf der Fische sind daher nichtallein wenig genügend, sondern auch grösstentheils unsicher.

Aristoteles und Plinius führen zwar mehrere Fische alsWinterschläfer auf. Doch beruhen ihre Angaben nur auf Aus-sagen von Fischern, nach denen sieh die Thiere im Wintervon den Ufern und Küsten in die Tiefe der Gewässer zurück-zichen, im Schlamm und Sande sich verbergen, und mit die-sen verunreinigt wieder hervorkommen. Cuvier und Valen-ciennes, die mehrere dieser Fische mit vielem Scharfsinn be-stimmt haben, fügen zur Bestättigung ihres Winterschlafesnichts neues hinzu. Bei manchen Fischen kann man es miteiniger Wahrscheinlichkeit aniiehmen, dass sie einen Winter-schlaf hallen, theils weil sie einen hohen Grad von Kälte

*) Cuvier Memoire* pour servil- a lliistoire et. 1 anatomie des moltus-ques ä Paris 1817. 4, Memoire sur le Liimiee et le Planorke P. I.