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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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98
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98 Fünftes Capitet.

sten zu. Aranea holosericea überwintert in einem bcsondernGespinnst wie in einem Cocon '). Am merkwürdigsten istaber der Bau von Argvroneta aqualica, die ihr Nest unter Was*»er spinnt, welches nach allen Seiten geschlossen ist und nureine Oeffnung als Ein- und Ausgang bat. Die Wände sindsehr dünn. Im Innern ist das Nest ganz mit Luft gefüllt.Beim Schwimmen sieht man den Körper dieser Spinne mit ei-ner grossen Luftblase hcdecht, die sic sich, indem sie an dieOberfläche kommt, und den Hintern vorsteckt, holt. DieseBlase bleibt auch unter Wasser an ihr, wird in die Zelle ge-führt, aus der alsdann eben so viel Wasser weichen muss.Dies wiederholt das Thier so lange bis alles Wasser aus derZelle ausgetrieben ist 2 ). Merkwürdig ist das Verhalten derSchnecken, besonders bei den Arten aus der Gattung Helix,die ihr Haus mit einem wahren Kalkdcckel vcrschliessen, wiez. B. Helix neinoralis, Helix aspera, Helix pomatia. Ersterebeide bildeten in den Beobachtungen von S. Rennie den Kalk-deckel, ohne sich vorher mit einer anderweitigen Hülle umge-ben zu haben, indem sic an dem umgekehrten Glase, in demsie gehalten wurden, iu die Höhe krochen, und unmittelbaram Glase den Deckel bildeten. Die zahlreichsten Beobachtun-gen sind am Helix pomatia angestellt. Nach Gaspard und Belldauert der Bau der Winterhöhle 2 3 Tage. Nach Gaspardgräbt sich das Thier, mit dem vordem Theile seines musku-lösen Fusscs, eine Höhle die geräumig genug ist, um wenig-stens die Schale aufnehmen zu können. Die Höhle vergrös-sert es durch mancherlei Wendungen mit der Schale. NachBell gräbt sich die Schnecke nicht ihre Höhle, sondern bauetsie, indem sie mit dem Fussc Schleim ausschwitzt, woran Er-de und Laub hängen bleibt. Sie wendet den Fuss dann seit-

>) De Geer Bd, 7. S. 108.

*) De Geer a. a. 0, S, J20, 122.