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Sechstes Capitel.
Czermak *) hat bei Myoxus glis beobachtet, dass die Er-sehciniftigen des Winterschlafes unter Befolgung eines 3tägi-gen Typus eintraten. Zu Ende Septembers nahm die Esslustseiner Schläfer und ihre Munterkeit ab. Sie schliefen beinaheden ganzen Tag hindurch, konnten jedoch durch leise Berüh-rung leicht erweckt werden, wobei sie ein doppelttönigcs Mur-meln hören Hessen. Dies war jedoch nur gewöhnlicher Schlaf,von dem soporösen Zustande verschieden. Abends klettertendie Thiere wieder umher. Am 14. September morgens warenzwei Thiere zusammengcrollt, und gaben, mit der Hand be-rührt, ja an den Barthaaren gezupft, nur ächzende Töne vonsich, kehrten, auseinander gerollt nach wenigen Sekunden inihre frühere Embryonfcn-Lage zurück. Die Temperatur be-trug morgens -f-7, 5°B., und gegen Mittag, als die Thiere er-wachten und etwas Nahrung zu sich nahmen, +11, 0°B. Am15. September bei einer Temperatur von +7, 2° morgens,+12, 7° mittags nahm Czermak keinen lethargischen Zustandwahr. Am 16. September bei einer Temperatur von +8, 0°morgens, +12,5° mittags trat wieder bis gegen 12'/j Uhr dau-ernder Sopor ein. Dieser dreitägige Typus wiederholte sich,mit geringen Abänderungen in 7 Perioden bis zu Ende Sep-tembers, wobei die äussere Temperatur keinen wesentlichenEinfluss zeigte. An den folgenden Tagen war nun ein dop-pelt-dreitägiger Typus wahrzunehmen, so zwar, dass an denfrühem freien Tagen die wahre Lethargie bis morgens 10Uhr dauerte, während an den typischen die Lethargie bis 2und 3 Uhr fortwährte. Dieser doppelt dreitägige Typus, derspäter mehr anomal wurde, hielt bis gegen den 15. Octoheran, wo ein Thier bei einer Temperatur von +10, 0° morgens,+ 12, 8° mittags, +9, 0° abends, in einen ununterbrochenenSchlaf fiel, der bis zu Anfang Februar’s, wo die Temperatur
J ) Czermak a. a. 0. S* 278. 279.