Buch 
Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
Entstehung
Seite
204
JPEG-Download
 

204

Neuntes Capitel.

mehr oder weniger gemischt, und demnach mehr oder wenigerverdünnt ist, von seihst, oder durch Zusatz von Säuren, schnel-ler oder langsamer, oder gar nicht gerinnt. Ich habe mit demLiquor branchialis sowohl das Herzblut als das aus den Stiim-fen ahgeschnittciker Sclieeren reichlich ansfliessende Blut ver-glichen. Dieses ist entweder von graulichter Farbe oder rosen-farbig, letzteres besonders bei alten Thieren; es gerinnt in derRegel in einigen Minuten vollständig oder wenigstens gröss-tentheils von selbst, sieh mit dem Gerinnsel fest au den Bo-den des Gefässcs anheftend, scheidet sich, wenn es vollstän-dig geronnen gewesen, in einigen Fällen in Serum und Pla-centa, in andern zerfliesst es allmälig beim Eintreten der Fäul-niss. In dem Serum, auch wenn das Blut nicht vollständiggeronnen gewesen, bildet sieh durch Zusatz von honzentrirterSalpetersäure milchichte Trübung und Gerinnsel (von Eiweiss),welches entweder ganz weiss ist, oder einen rosafarbenen An-flug zeigt, jcnachdem das Blut selbst mehr oder weniger rütli-licli erscheint. Nach dem Auswaschen des Blutlaiehcns bleibtetwas Faserstoff zurück, der entweder von graulichter odervon röthlicher oder vielmehr hellbräunlicher Farbe ist, letzte-res, wenn das Blut selbst röthlich war.

Es ist mir nicht gelungen aus einem röthliehcn Blulku-chen durch Auswaschen den Faserstoff von Färbestoff ganzfrei, d. h. weiss, wie bei den Wirbelthiercn, darzustcllcii.Am leichtesten erlangt man das Krebsblut in reichlicher Quan-tität aus den Sclieeren; hat man diese durchschnitten, sofliesst es in grossen Tropfen schnell ab.

Am 29. Juni fing ich von einem grossen eben gestorbenenKrebse, dessen Herz, wie sich später nach Entfernung des Riik-kenschildes zeigte, noch pulsirte, aus den durchschnittenen Schee,ren 98 Gran schmutzig braunrothes Blut auf, welches gröss-tcntbeils gerann. Der Rlutkuchen wog 58 Gran und war sofest, dass ich ihn mit einer schmalen Pincettc fassen und auf-