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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Respiration der Wintersclilflfer,

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Berührung der Haare und Stacheln, Nässe und Anblasen hatsofort tiefe, starke, schnarchende Inspirationen zur Folge.Die Zahl der Inspirationen sind verschieden von 8 20, nurdie ersten sind schnarchend, die anderen werden allmälig un-bedeutender, kürzer, leiser. Wird der Ileiz fortgesetzt, oderwird das Thier in eine wärmere Temperatur gebracht, so wer-den die Inspirationen häufiger und kürzer, linden aber ohneSchnarchen statt, sind anfangs noch unregelmässig, werdenaber um so regelmässiger, jemchr sieh das Thier dem Erwa-chen nähert. Bleibt das Thier in derselben Temperatur, inwelcher cs sich während des Winterschlafes befindet, so hö-ren die Respirations-Bewegungen bald nach dem Aufhörender Einwirkung der Reize auf uud das Thier liegt wiederathcmlos. Erhöhte Temperatur beschleunigt die Respirationund erweckt die Thicre. Bei 4 Igeln, die ieh am 19. Febr.1834 während sie sich in tiefem Winterschlafe befanden, auseiner Temperatur von -f-8 3 /i 0 B. in eine von +12 '/i°R. brachte,traten, nachdem sie in dieser '/ 4 Stunde gewesen waren, ohnesonst beunruhigt zu werden, leise und kurze Respirations-Be-wegungen ein. Eines dieser Thiere, welches ieh in dieserTemperatur licss, erwachte in einer halben Stunde so weit,dass cs die Augen öffnete, sieh auf die vorderen Extremitätenstellte, während es mit den hinteren, die noch zu schwachwaren, stets einsank. Ich zählte jetzt in der Minute 50 Inspi-rationen, zuweilen einige mehr, zuweilen einige weniger, dochwaren diese Respiralionshewcgungen nicht vollkommen gleich-mässig, indem sie zuweilen langsamer, zuweilen mehr beschleu-nigt wurden.

Durch Vivisectioncn während des Winterschlafes wurdendie Respirationen, wie leicht begreiflich ist, vermehrt. DieRespirations-Bewegungen des Thorax dauern seihst noch län-gere Zeit fort, nachdem die Lungen das Vermögen sich aus-zudehnen verloren haben.