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Zehntes Capitel.
augenblicklich an der Luft, und der vermeintliche Blutkuchenist nichts als geronnener Schleim.
Das Blut von Planorbis corneus ist nach Erman roth(dunkelamethyst). Er fand auch hierin Eisen mit Gewissheit,Mangan mit noch grösserer Wahrscheinlichkeit als hei Helix,pomatia. Erman sagt jedoch, dass das Thier zu klein unddie Lage des Herzens zu ungünstig sei, als dass er dasBlut unmittelbar aus der Wunde des Herzens hätte erhaltenkönnen. Er durchstach daher die Kicincnhaut (den Lungen-sack) mit einer Glasröhre, und erhielt so seines Erachtensziemlich unvermischtes Blut, dessen relative Menge ihm fastnoch bedeutender erschien als bei Helix pomatia, wenn ergleich es nicht genau gewogen hat.
Hierzu kann ich nur bemerken, dass Erman wahrschein-lich grösstentheils, wenn nicht ganz Liquor pulmonalis zuseinen Untersuchungen gehabt hat. Dadurch verliert aber seineUntersuchung nicht an Werth, weil im Lungensacke diesesTliieres wie hei Helix pomatia eine wirkliche Blutsccretionstatt findet'). Schneidet man den Lungcnsaek hei Planorhiscorneus auf, so fliesst die rotlie Flüssigkeit aus ihm hervor,aller inan kann /das Thier auch ohne alle Verletzung dahinbringen, dass cs die Flüssigkeit durch die Mündung des Lun-gensackes nach aussen entleert. Reizt man den Fuss stark,so zieht das Thier sich tief in die Schale zurüek, nnd heimEinzichcn des Fusses wird der Lungcnsaek comprimirt unddie Flüssigkeit fliesst ab. Sie ist dem Blute gleich, nur dassihr oft mehr oder weniger Schleim beigemischt ist. Es ge-rinnt dies Blut, wenn cs von Schleim frei ist, nicht von seihst,enthält keine Fibrinc, wohl aber bildet sieh in ihm durch Zu-satz von Säuren ein schmutzig braunes Gerinnsel. Die Kör-perchen, die man darin findet, sind ihm nur von dein Schleim
) Vcrgl Ilespiration,