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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Zehntes Capifel.

teres einschneidet, flicsst dieses in iler Regel anfangs

noch dünneres Blut, zuletzt oft fast reines Serum ah«

Auffallendere Verschiedenheiten, als in Beziehung auf seineBestandteile hei Winterschläfern und anderen Thiercn, bietetdas Blut bei den Winterschläfern seihst, in den verschiedenenJahreszeiten, im Zustande des Waeliens und des Winterschla-fes dar. In Betreff der Farben des arteriellen und venösenBlutes, finden wahrscheinlich, sowohl ausserhalb als währenddes Winterschlafes Verschiedenheiten statt, je nachdem dieRespiration mehr oder weniger vermindert, oder iutcrcurirendin einem höhern Grade erwecht wird. Bei den am 10. Januarund 5. März von mir während des Winterschlafes geöffnetenZieseln konnte ich die Arterien an der hellem Rötlic ihresBlutes leicht erkennen, doch wurde durch die Operation dieRespirationsthätigkeit erweckt. Beim Igel, dessen Empfind-lichkeit in der Haut stets rege bleibt, bei dem im gewöhnli-chen Schlafe und im Wintersclilafe durch die leiseste Berüh-rung sofort tiefe Inspirationen erweckt werden, erhielt ichauch während des Winterschlafes, mit Ausnahme der erstenZeit desselben, hei meinen Experimenten, aus den Arterienganz hellrothes Blut, und Saissvs Angaben werden im hohenGrade dadurch verdächtig, dass ihm eine so wichtige Erschei-nung entgangen ist.

Das Blut ist während des Winterschlafes kalt, selbst dasnach den tiefen Inspirationen beim Igel durch die Lungenve-nen dem linken Herzen, und von liier ans durch die Aortaund deren Verzweigungen der Peripherie zuströmende hellro-the Blut.

Die wichtigsten Verschiedenheiten sind die erhöhete Ve-nosität des arteriellen Blutes im Herbste bei bevorstehendemWintersclilafe und gleich nach dem Beginnen des Winterschla-fes, so wie die verlängerte Dauer des Lebens des, währenddes Winterschlafes den Thiercn entzogenen Blutes. Dass