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Latte. Der venöse Blutlauf dauerte, selbst noch 24 Stunden,nachdem das Thier ersäuft worden, fort, indem das nach demEinschneiden des rechten Ventrikels entleerte rechte Atriumsich wieder füllte.
Am 19. April 1845 ersäufte ich den Zwillingslmuler desvorigen Thieres, nachdem er aus dem Winterschlafe erwachtund sehr munter war. Als ich ebenfalls nach 24 Stunden dieBrust öffnete, hatten nicht allein die Herzbewegungen aufge-hört, sondern im Herzen war das Blut zum Thcil geronnen,und das flüssig gebliebene gerann nicht, nachdem es entleertwar, weil cs nicht mehr gerinnfähig war.
Ein dritter junger Hamster, den ich den Winter 184 rl /, tüber aufbewahrt hatte, wurde am 12. April 1844 durch Zufallersticht. Als ich 7 '/ 2 Stunden später den Brusthasten öffnete,hatten die Herzbewegungen aufgehört, das Blut im Herzenund in den Hohlvenen war geronnen. Bei beiden wachendgetödteten jungen Thiercn erlosch also das Gefässlehen undmit ihm das Blutlebcn früher als hei dem während des Win-terschlafes getödteten Thicre.
Bei einem alten Hamster verhielt es sich jedoch anders.Ein sehr böses wildes Thier war hei mir in der Nacht vom21 . zum 22 . März aus seinem Behälter entsprungen und in einBüchcr-Repositorium geflüchtet. Erst nach langem Jagen ge-lang es ihn wieder einzufangen, wobei er am Kopfe eine Ver-letzung erhielt, durch die er betäubt wurde. Er erholte sichzwar etwas, wurde aber alsdann ersäuft. Zwei Stunden spä-ter war allgemeine Leiehenstarre eingetreten 5 24 Stunden nachdem Ersäufen öffnete ich die Brusthöhle. Die Lungen warenzusammen gesunken, das Herz, die Hohlvencn, die Aorta unddie Lungen-Arterie waren weit von Blut ausgedehut. Ichmachte einen Läugstschnitt durch den rechten Ventrikel, durchden das Blut der rechten Herzhälfte sogleich ausfloss undin 5 Minuten gerann. Pulsationen des Herzens kehrten