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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Eilftes Capitel.

nael» dem Tode dauerten, war auch das Blut im Herzen undin den grossen Gefässcn flüssig geblieben.

Bei einem wachenden Igel, den ich am 23. März 1844 er-säufte, der erst vor kurzem aus dem Wintcrschlafc erwachtwar, hatten, als ich nach Verlauf von 24 Stunden die Brust-höhle öffnete, die Pulsationen des Herzens aufgehört, aber dasBlut war nicht geronnen, floss nach dem Einschncidcn desrechten Ventrikels aus und gerann, und floss seihst noch nachneuen 24 Stunden durch die Hohlvene dein rechten Atriumzu, aus diesem, ohne Contractioneu desselben zu erregen, inden rechten Ventrikel und durch dessen Wunde in die Brust-höhle. Im Herbste, vor dem Beginn des Winterschlafes, er-scheint die venöse Gcfässthätigkeit wenigstens partiell erhöht,was vielleicht mit durch den hohem Grad derVenosilät des Blu-tes überhaupt, bei gleichzeitiger höherer Temperatur dessel-ben bedingt ist. Gleich nach dem Beginn des Winterschlafessinken aber diese höhern Thäligkeitsäusserungen einzelner Ve-nen, und hören bald ganz auf. Sie zeigen sich an den merk-würdigen Venis subcutancis dorsalibus pulsanlibus. DiePulsationen dieser Veucn habe ich zuerst im Octobcr und No-vember 1843 bei sehr fetten, wachend getödteten Igeln gese-hen, deren arterielles Blut fast so dunkel war wie das venöse.Dann sah ich sie wieder bei 2 am 14. Octobcr 1844 wachendgetödteten Tliiercn, die ebenfalls sehr fett waren, und derenarterielles Blut auch sehr dunkel erschien. Bei beiden schlu-gen die Venen von ihrem gemeinschaftlichen Stamm, vor demEintritt in den Bogen des 7ten Rückenwirbels bis durch denRiichenthcil der Winterschlafsdrüse hindurch, regelmässig inbestimmten Zwischenräumen. Bei dem einen fanden 42, beidem andern 44 Schläge in der Minute statt. Bei dem am 3.November 1844 im Winterschlaf getödteten Tliiere schlug nurder gemeinschaftliche Stamm vor dein Eintritt in den Wirbcl-bogen. Seitdem ich diese Pulsationen zuerst gesehen, habe