Sensibilität und Irritabilität der Winterschlafes
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Reize», die von aussen auf das Thier wirten, erfolgen zuerstConlractionen der Haut. Bringt man das Thier in Wasseroder in eine höhere Temperatur, so bewegt es den Kopf ohnejedoch die Augen zu öffnen, strccht sodann die vordem Ex-tremitäten vor, macht Versuche sich auf ihnen zu stützen, dieanfangs misslingen, weil sic zu sehwach sind um das Thiertragen zu können.
Einen alten Igel erweckte ich am 24. Januar 1836 durchBegiesseu mit kalten Wasser so weit, dass er den Kopf unddie vordem Extremitäten vorstreckte, und mit gcschlossnenAugen vergebliche Versuche machte, mit den vordem Extre-mitäten aufzutreten; 7, Stunde nach Beginn des Versucheswaren die Bewegungen am lebhaftesten, die allmälig, da ichdas Thier in Buhe liess, wieder nachliessen, und nach Verlaufvon noch 3 /i Stunden lag das Thier wieder im tiefen Winter-schlaf.
Am 19. Januar 1834 nahin ich einen Igel von seinem Lager, der sich aber im nicht ganz tiefen Winterschlaf befand,und brachte ihn aus einer Lufttemperatur von -f8°R. in eineTemperatur von +1*2 V 2 °. Nach Verlauf von 5 Minuten öffneteer die Augen, hob die Schnauze, alhmcle, streckte die Extre-mitäten vor, vermochte aber nicht sich aufzuriehlen. NachVerlauf von noch 77 Stunde athmete er regelmässig mit ganzgeöffneten Augen, mit den Vorderfüssen umhertappend, dochauch jetzt noch unvermögend sich aufzurichten. Noch ’/ 4 Stundespäter richtete er sich zwar auf, doch sanken die hintern Ex«tremitäten stets wieder ein, und er fiel dabei auf die Seite.Es wird die Behauptung M. Halls, dass der Igel beim Erwa-chen aus dem Winterschlaf wie aus dem gewöhnlichen Schlafesofort mit voller Kraft auftritt, hierdurch bestimmt widerlegt.Die Thätig'kcit der übrigen Muskeln verhält sieh verschieden,jenachdcin die Functionen der einzelnen Organe zu denensie gehören, sich verschieden verhalten. Der Muse, Sphinctcr
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