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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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346
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346 Zwölftes Capitel,

am 3. November 1844 durcli Eröffnen des Thorax im vollhom*menen Winterschlaf von mir getödteten Thicrc hatten nachVerlauf von 18 Stunden, als ieh wieder nach dein Thicrc sah,alle Bewegungen des Herzens aufgehört. Bei dem im Win-terschlaf am 4. Januar enthirnten Igel, hatten, als ich nach24 Stunden den Thorax öffnete, alle Pulsationen des Herzensaufgehört. Nach dem Einschneiden desselben, und dem Ab-fliessen des Blutes zog es sich aber noch allmälig in sich zu-sammen. Bei dem am 5. Januar cntiiirutcn Igel, dem ich nach24 Stunden ebenfalls den Thorax geöffnet hatte, verhielt sichdie Hcrzthätigkcit auf dieselbe Weise.

Die Leichenstarre äussert sich bei Igeln, abgesehen vonder Steifheit der Gelenke der Extremitäten, durch Uubcweg"lichkeit des Unterkicfcrgelenks, durch Contraction des Haut-muskels, durch Aufrichten der Stacheln, die noch iin Momentdes Todes schlaff darnieder liegen. Sic erfolgt früher bei denwachend, als hei den während des Winterschlafes getödtetenThieren.

Durchschneidet man einem wachenden Igel den staehlicli-ten Hauttlieil, präparirt ihn vom untcrgelegenen Zellgewebeah, wie dies bei Viviseetionen unvermeidlich ist, ohne jedochden Zusammenhang mit der benachbarten Flaut aufzuheben,so tritt in weniger als 1 Stunde in dem Theil, dessen Zellge-webe, Gefässe und Nerven vom Körper getrennt sind, Con-traction ein, die Stacheln richten sich auf, (während die derbenachbarten Haut noch schlaff darnieder liegen) und cs gehtdieser Zustand von Contraction unmittelbar in die Leichen-starre dieses Hauttheiles über. Hat man einen Theil der staeh-lichteu Haut ganz abgetragen, so richten sich die Stachelnnicht allein auf, sondern die Ränder der Haut rollen sich all-mälig nach innen und berühren sich zuletzt nicht selten, sodass ein solches abgetragenes Hautstück einem kleinen ein-gekugelten Igel gleicht.