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Achtzehntes Capitel.
dertcr Thätigkeit so vieler Organe werden könne. Werdenauch Krankheiten mancher Art, in Folge reichlichen Essensund Trinkens, und der, durch sic herbeigeführten Plethorahei Menschen erzeugt, so wird hei ihnen bei der Steigerungdes Genusses, trotz der zunehmenden Wohlbeleibthcit, undder sieh mindernden Beweglichkeit des Körpers, die Esslustdurch die Gewohnheit eher gesteigert als vermindert, und wa-ren die Menschen sonst an geistige Thätigkeit gewöhnt, auchdie Hirnthätigkeit in keiner Weise beeinträchtigt. Die Win-terschläfer zeichnen sich vor den übrigen Thicren nicht durchübermässige Gefrässigkeit aus, obgleich sie kräftig und gutverdauen. Aber die unvollkommene Respiration hindert diereichlichere Entleerung der Kohle, deren sich das Blut daiüran so vielen Stellen durch das allgemeine Haargefässsystemmittels der Fetlbildung entlccrl. Das Fett ist weniger Ursa-che des Winterschlafs, als das Mittel für die Thicre, währenddes Winterschlafs bestehn zu können. Es ist alsdann Respi-rationsmittel und genügt bei der verminderten Respirations-Thätigkeit als solches zur Erhaltung des Thieres, .welchesplastischer Nahrungsmittel -während dieser Zeit nicht bedarf.
Eine eigne, durch den organischen Bau bis jetzt wenig-stens nicht erklärte Empfindlichkeit, muss man ebenfalls alsinnere Bedingung des Winterschlafs betrachten. Der Winter-schlaf der Pflanzen und wohl mancher niederer Thiere, wiez. B. der Physaloptera clausa, der, wenn er auch sonst innigmit dem Leben des Organismus verknüpft ist, doch zunächst,durch äussere Einwirkungen herbeigeführt und beendet wird,8 »rieht ganz vorzüglich hierfür. Bei den meisten Thicren istein besondres Vorgefühl, eine Ahndung des bevorstehendenWinters, ein Instinkt nicht zu verkennen, welcher sie treibt,
J \ Vergl, Dr, Just Licbig die Thier-Chemie 2te Auflage. Braunachweig1 1843. 8, 8 . 25, 86 — 88.