Ursachen und Wesen des Winterschlafes,
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war, wie die anatomische Untersuchung' nachher zeigte, voll-ständig ahgemagert.
Als innere Ursachen des Winterschlafs betrachte ich daher t
1) den cigenlhiimlichcn Bau der Respirationsorgane beiso vielen Winterschläfern $
2) ein Vorgefühl des bevorstehenden Winters, einen In-stinkt eigner Art, einen besondern Trieb zur Ruhe, und
3) eine besondere, durch den organischen Bau nicht hin-länglich erklärte Empfindlichkeit.
AI s äussere Ursache erscheint vor allen die verminderteäussere Temperatur.
Wenn bei den inehrstcn Winterschläfern die äussern wiedie innern Ursachen gleichzeitig' wirken, bei einigen die in--nern die vorherrschenden sind, so sind es hei andern wieder-um die äussern, von denen zunächst der Winterschlaf abhängt.Die Blattlaus steht auf der Grenze der Winterschläfer, undwird nur durch äussere Ursachen, die Kälte in ihn versenkt jsie legt Eier und gebärt Junge in den mildern Wintertagen.
Dass der Winterschlaf nicht etwas nolhwcndiges, sondernnur etwas zufälliges sei, den Thicren heigegeben, um der Un-gunst der Jahreszeit widerstehen zu können, dass er untergünstiger Gestaltung der äussern Verhältnisse entbehrlich sei,ist vielfach behauptet worden. Die, über die Folgen der Un-terbrechung, Abkürzung und Aufhebung des Winterschlafsder Thiere angestellten Beobachtungen sind aber bis j -tzt sosparsam, dass man mi^einig-cr Sicherheit nur wenig Resultatedarauf zu hauen im Stande ist. Kyber 1 ) stellte Versuche mitdem Lauerkäfer (Lathridius porcatus) an. Ih die Kälte gebrach-te Thiere dieser Art erstarrten, in einer warmen Temperaturerhaltne blieben munter und begatteten sich, und bestätigtennach Kyber’s Ansicht somit die Wahrheit, dass die Iusccten
’y Cermars Magazin, Band 1. lieft, 1,
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