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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Strafford'S Prozeß.

3. Buch.

dazu bieten, und die allgemeine Leidenschaftlichkeit erstickte allen Wider-spruch. Die Lords versuchten den Gesetzentwurf zu amendiren, aberumsonst, das Oberhaus war besiegt, die Richter gaben seiner Schwächedie Sanktion ihrer Feigheit und erklärten, daß den Bestimmungen derGesetze nach Strafford's Verbrechen wirklich unter den Begriff desHoch-verraths fielen; die kill ok ^ttainckor kam zum letzten Male zur Ab-stimmung; 34 Lords, die bei dem Prozeß zugegen gewesen waren, blie-ben weg; von den anwesenden stimmten 26 für, 19 gegen die Bill, undjetzt fehlte ihr nur noch die Genehmigung des Königs.

Karl weigerte sich noch, denn er hielt sich für unfähig, in einesolche Schmach zu willigen. Er ließ Holles, den Schwager Strafford's,der sich wegen seiner Verwandtschaft der Anklage ferngehalten hatte,kommen.Was läßt sich thun, um ihn zu retten?" fragte er ihnängstlich. Holles war der Anficht, daß Strafford den König umAufschub der Urtheilsvollstreckung bitten und dieser persönlich der Kam-mer die Bittschrift überreichen solle, indem er eine Rede, welche er selbstaus der Stelle entwarf, an sie hielt, und versprach zugleich Alles zuthun, um seine Freunde zu bewegen, sich mit der Verbannung des Gra-fen zu begnügen. Schon hatten, wie es hieß. Holles' Schritte in denKammer» einigen Erfolg gehabt, aber die Königin, welche über dietäglich heftiger werdende» VolkSaufläufe entsetzt und stets Strafford'sFeindin gewesen war, überdies auch, wie es heißt, nach den Berichteneines ihrer Getreuen fürchtete, daß er sich zur Rettung seines Lebensverbindlich gemacht habe, was er von ihren Intriguen wisse, zu enthüllen,bestürmte ihren Gemahl, mit ihren Schrecken und Vermuthungen, undihr Entsetzen war so groß, daß sie flüchten, sich einschiffen, nach Frank-reich zurückkehren wollte, und bereits ihre Vorbereitungen zur Reisetraf. Ueber die Tbräneu seiner Gemahlin bestürzt und außer Stande,allein einen Entschluß zu fassen, berief Karl einen geheimen Rath, unddann die Bischöfe zu sich. Nur Juxon. der Bischof von London, riethihm, seinem Gewissen zu folgen, alle Uebrigen, besonders der Bischofvon Lincoln, ein ränkesüchtiger, dem Hose seit lange schon feindlicherPrälat, drangen in ibn, dem Throne einen Einzelnen, seinem Königs-gewissen sein menschliches zu opfern. Diese Berathung war kaum zuEnde, als ihm ein Bries Strafford's überreicht wurde.Sire," schriebihm der Graf,ich habe nach langem schwerem Kampfe den einzigen mirgeziemenden Entschluß gefaßt. Alle Privatinteressen müssen dem GlückeEurer geheiligten Person und des Staates nachstehen. Ich flehe Euchan, durch die Annahme der Bill das Hinderniß, welches sich einer glück-lichen Vereinigung zwischen Euch und Euren Unterthanen entgegenstellt,hinwegzuräumen. Meine Zustimmung, Sire, wird Euch vor Gott mehr