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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Fortschritte der Revolution.

3. Buch.

nißvollen Besuch oder ein auf der Straße gehörtes Wort hin wurdenKomplotte denuncirt, und Aufsehen erregende Eide der Verbündung ab-gelegt, und während die Kammer täglich ihr« Schutzwache zurückforderte,bildete ihr die mit jedem Tage um Westminster dichter werdende Mengeeine neue, die mit lautem Geschrei ihre gemeinschaftlichen Gefahrenverkündete.

Gegen diese so kühnen und so lärmend unterstützten Ansprüche be-eilte sich Karl alle seine Anhänger aufzustellen, sowohl die eigennützigenDiener der absoluten Gewalt, wie die loyalen Vertheidiger des König-thums, und die Bürger, die bisher die Tyrannei bekämpft hatten,aber durch Furcht vor Neuerungen und Ausschweifungen zur Krone zu-rückgeführt wurden. Die Letzteren bildeten fast allein die im Unterhauseneu entstehende königliche Partei. An ihrer Spitze standen Lord Holland,Mr. Hyde und Sir John Colepepper. Karl beschloß sie an sich zu fesseln.Schon vor seiner Reise nach Schottland hatte er geheime Zusammen-künfte mit Hyde gehabt und dieser durch die ehrfurchtsvolle Mäßigungseiner Rathschläge, seine Abneigung gegen jede Neuerung und besondersseine Ergebenheit für die Kirche, das Zutrauen des Königs gewonnen.Lord Falkland war ihm weniger angenehm. Er verachtete den Hof,schätzte den König nicht besonders, hatte sich ihm selbst nach seinemBruche mit den Neuerern nicht genähert und bekämpfte sie vielmehr, umdie angegriffene Gerechtigkeit zu vertheidigen, als um der bedrohtenMacht zu dienen. Karl fürchtete ihn und fühlte sich in seiner Gegen-wart nicht wohl. Die Nothwendigkeit drängte jedoch. Hyde, sein ge-nauester Freund, übernahm die Unterhandlungen; Falkland weigerte sichanfänglich, seine skrupulöse Tugend entfernte ihn von den Verfechternder Revolution, aber seine Grundsätze und Wünsche, sowie seine etwasträumerische Einbildungskraft machten ihn stets den Freunden der Frei-heit geneigt. Er schützte seine Abneigung gegen den Hof, seine Unfähig-keit ibm zu dienen, seine Entschlossenheit vor, nie Lügen, Bestechungenoder Spione anzuwenden, die, wie er sagte,nützliche, vielleicht sogarnothwendige Mittel sind, mit denen ich mich aber nicht besudeln werde."Erstürmt und gereizt, einen Unterthan bitten zu müssen, bestand Karldessenungeachtet daraus. Hyde machte den ungeheuern Schade» geltend,welchen seine Weigerung dem Könige bringen würde, und Falkland ließsich, im Voraus cntmuthigt und wie als Opfer eine: ohne Zuneigungbewiesenen, hoffnungslosen Ergebenheit überreden. Er wurde zum Staats-secretär ernannt. Colepepper, der weit weniger Einfluß besaß, aber sichdurch Kühnheit und Gewandtheit in der Debatte auszeichnete, wurdeSchatzmeister. Nur Hyde schlug, gegen den Wunsch des Königs, weni-ger aus Furcht als aus Klugheit, jedes Amt hartnäckig aus, da er