6. Buch.
Die Noyalisten im Westen.
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mehr als vom Kriege; die Truppenaushebungen wurden mit eben solchemErnste betrieben, wie das Abtragen der Steuern und der Verkauf derGüter der Staatsverbrecher; man zahlte den Truppenabtheilungen ihrenSold aus, und versah die bedeutendsten festen Plätze mit dem Bedürf-nissen des Krieges. Endlich zeigten sich die Schotten willig, in dasInnere des Königreichs vorzudringen, und Fairfax, der so gar keineFlüchtlinge mehr zu verfolgen fand, setzte sich auf den Marsch nach denwestlichen Grafschaften, von denen er durch die Belagerung von Oxfordabgelenkt worden war.
In diesen Grafschaften, die bisher als die festeste Stütze der roya-Wischen Partei betrachtet wurden, war jetzt Alles verändert. Wennsich auch die öffentliche Meinung dem Parlamente nicht zugewendet hatte,so war sie doch dem Könige nicht günstiger geworden. Er besaß dortnoch einige Truppenabtheilungen und alle festen Plätze, ober der Kriegwurde nicht mehr wie zu Anfange durch ernste, geachtete, beliebte Männerwie den Marquis von Hertford, Sir Bevil Grennville, Lord Hopton,Trevannion, Slanning, die uneigennützige Freunde der Krone gewesenwaren, geführt. Die Einen waren todt, den Anderen die Sache zum Ue-berdruß, oder sie durch die Ränke des Hofes entfernt und durch dieSchwäche des Königs aufgeopfert worden. An ihrer Stelle kommandir-ten dort zwei ränkesüchtige Menschen, Lord Gering und Sir Richard Grcnn-ville, der Eine der ausschweifendste, der Andere der habsüchtigste unterden Eavalieren. Sie waren durch keinen Grundsatz, keine Zuneigungmit der königlichen Sache verknüpft, sondern fanden bei dem Parteigänger,kriege für sich den Vortheil ihre Leidenschaften befriedigen, ihre Feindeunterdrücken, sich rächen, unterhalten und bereichern zu können. Goringwar tapfer, bei seinen Soldaten beliebt und auf dem Schlachtfelde nichtohne Fähigkeiten und Energie, seine Sorglosigkeit und der ausschwei-fende Uebermuth seines Benehmens aber beispiellos, ja nicht einmal seineTreue sicher; er hatte den König bereits verrathen, nach ihm das Parla-ment, und schien stets aus dem Punkte zu stehen, einen neuen Verrath zuunternehmen. Sir Richard Grennville war zwar weniger ausschweifendund hatte mehr Einfluß auf den Adel des Landes, aber hart, unersätt-lich Und von wo nicht zweifelhaftem, doch auch nicht eben feurigem Muthe.Er brachte seine Zeit damit zu, Kontributionen für Truppen, die er nichtsammelte, oder für Unternehmungen, die zu beginnen er sich nicht ein-mal die Mühe gab, zu erheben. — Das Heer hatte sich eben so verändertwie seine Anführer, es war nicht mehr eine für seine Neigungen und In-teressen ausgestandene leichtsinnige aber aufrichtige, ausschweifende aberergebene Partei, sondern ein zusammengeraffter Haufe von Taugenicht-sen, die selbst für ihre Sache gleichgiltig waren, sich Tag und Nacht den