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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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6. Buch.

Der König in Newark.

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des Prinzen Rupert größere Schwierigkeiten als Newark; und zum großenErstaunen seiner Umgebung erklärte Karl. daß er sich nach Newark be-geben wolle.

Der Prinz erhielt die Nachricht davon bald, und trotz des ihmauferlegten Verbotes machte er sich auf den Weg den König daselbst auf-zusuchen, Nochmals erklärte der König daß er ihn nicht empfangen wolle,allein Lord Digby ward unruhig. Zufälliger oder absichtlicher Weiseverbreitete sich plötzlich das Gerücht. Montrose habe seine Niederlagewieder ausgeglichen und Lesley geschlagen; schon sollte er an den Gren-zen der beiden Reiche stehen. Ohne weitere Erkundigungen einzuziehen,ging der König mit Lord Digby und 2000 Reitern ab. um zum drittenMale den Versuch zur Vereinigung mit ihm zu machen. Sein Irrthumwurde ihm aber schnell benommen, am dritten Marschtage erfuhr manunzweifelhaft, daß Montrose ohne Soldaten noch immer in den Gebirgendes Nordens umherirrte. Dem König blieb weiter nichts zuthun übrig,als nach Newark zurückzukehren, und Digby selbst gestand dies ein, über-redete jedoch, fest entschlossen sich nicht der Möglichkeit auszusetzen inNewark mit Prinz Rupert zusammenzutreffen, den König, daß manum jeden Preis Montrose mit Hilfe versehen müsse, und übernahm es,ihm diese zuzuführen. Sie trennten sich, Digby setzte mit 1500 Rei-tern , fast der ganzen dem Könige noch gebliebenen Mannschaft, seinenWeg nach Norden fort und Karl, dessen ganzes Heer nur noch aus 3bis 400 Reitern und dessen ganzer Rath aus seinem KammerdienerJohn Ashburnham bestand, kehrte nach Newark zurück.

Als er dort ankam, erfuhr er, daß Rupert mit seinem Bruder Moritzund einer Eskorte von 120 Osficieren im Schlosse Belvoir, 3 Stundenvon der Stadt, sei. Er ließ ihm, schon gekränkt, daß Jener ohne seineBewilligung so nahe zu ihm gekommen war, sagen, daß er bis aufWei-teres dort bleiben solle. Der Prinz rückte aber immer näher und vieleOfficiere der Besatzung von Newark, ja selbst >^er Gouverneur SirRichard Willis, gingen ihm entgegen. Er langte an und begab sich ohnesich melden zu lassen, mit seinem ganzen Gefolge zum König.Sire,"sagte er zu ihm,ich komme um Rechenschaft über den Verlust von Bristolabzulegen und die Anschuldigungen, welche man gegen mich erhoben hat,zurückznweisen." Karl, darüber eben so verlegen als gereizt, antworteteihm kaum. Es war die Stunde wo er zu Abend zu speisen pflegte;das Gefolge der Prinzen entfernte sich, man setzte sich zu Tische, derKönig unterhielt sich mit Moritz ohne je ein Wort an Rupert zu richtenund kehrte nach beendigtem Abendessen auf sei» Zimmer zurück. Rupertnahm bei dem Gouverneur Quartier. Am folgenden Tage willigte derKönig indeß in die Zusammenberusung eines Kriegsgerichts, und nach