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Der König beim Heere.
7. Buch.
Freiheit suchten. Die Freude war eben so groß wie die Ueberraschung,man fürchtete gewaltsam mit dem Parlament zu brechen und jetzt wares das Parlament selbst in seinen legalen Häuptern und getreuen Mit.gliedern, welches man zu beschützen hatte. Die Offlciere und Soldatendrängten sich um die Flüchtlinge her, man hörte mit Entrüstung denBericht über ihre Gefahren und Beschimpfungen an, man überhäufte siemit Danksagungen und Huldigungen und lobte den Herrn für ihrenpatriotischen Entschluß. Nur bei Cromwell und seinen Freunden wardas Erstaunen geheuchelt, seit fünf Tagen hatten sie durch ihre Einver-ständnisse in London, besonders durch St. John, Vane, Hazlerig undLudlow daran gearbeitet, diese Spaltung in den beiden Häusern her-beizuführen.
Berkley beeilte sich dem Könige die traurige Nachricht davon zuhinterbringen und ihn zu beschwören, daß er sogleich ein Schreiben andie Häupter des Heeres richten möge, worin er aus einen bessern Ein.pfang für ihre Vorschläge hoffen lasse, wenigstens das durch die letzteUnterredung erregte Mißtrauen beschwichtige und ihre unseligen Resul.täte schwäche. Dies sei, sagte er, auch der Rath Cromwell's undJreton's, die sich um diesen Preis noch immer für die Stimmung desHeeres verbürgten. Aber Karl hatte ebenfalls Nachrichten von Londonerhalten, der Aufstand war nur mit seinerZustimmung ausgebrochen, manmeldete ihm, daß noch am Tage der Abreise der geflüchteten Mitglieder,die weit zahlreicheren Zurückbleibenden zwei neue Sprecher erwählt hätten,die Gemeinen, Mr. Pelham, die Lords, den Lord Willoughby de Par-ham; daß die eilf verbannten Mitglieder ihre Sitze wieder eingenommen,die so von Neuem constituirten Häuser augenblicklich dem Heere, anzu.halten, der City, alle ihre Vertheidigungsmittel aufzubieten, Massey,Brown, Waller und Poyntz, in der Eile Regimenter anzuwerben be-fohlen hätten. Der Enthusiasmus, hieß es, sei außerordentlich; bei einerSitzung des Communalratbs hätten sich Tausende von Lehrlingen ein-gestellt und geschworen Alles für seine Sache zu thun, gegen welcheGefahr und welchen Feind es auch sein möge. Nur die Bewohner derVorstadt Southwark hätten andere Gefühle kundgegeben, wären aberin dem Augenblicke, wo sie ihre Petition nach Guildhall brachten, vonPoyntz und einigen Officieren so kräftig zurückgejagt worden, daß siees sicherlich nicht wagen würden von Neuem zu beginnen. Man erhobGelder und pflanzte Kanonen auf den Wällen auf; endlich wurde derKönig förmlich eingeladen, nach London zurückzukehren und dieser inallen Straßen unter Trompetenschall verkündete Beschluß müßte ihmin wenigen Stunden oder spätestens am folgenden Tage zukommen.