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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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7. Buch.

Die Republikaner und Gleichmachen

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Die beiden Generäle sahen einander an und reisten, da sie so allenihren Argwohn bestätigt fanden, sofort, und von nun an über ihre Ab-sichten gegen den König wie die Seinen entschieden, wieder nach Wind-sor ab.

Es war Zeit, daß ihr Benehmen aufhörte, verlegen und zwei-felhaft zu sein. Der Zorn der Schwärmer war ausgebrochen undstürzte das Heer in die größte Verwirrung. Am 9. Octbr. entwarfen dieneuen Agitatoren im Namen von fünf Cavalerieregimentern, unter denensich das Cromwell'S selbst befand, unter dem Titeldie Lage der Armee"eine lange Erklärung über ihren Argwohn, ihre Grundsätze und Wünsche.Am 18. überreichten sie dem General dieselbe officiell und am 1. Nov.wurde eine zweite Flugschrift unter dem Titeleine Uebereinknnst desVolkes" im Namen von sechszehn Regimentern an das ganze Volk ge-richtet. In beiden klagten die Soldaten ihre Officiere des Verraths,das Parlament der gesetzwidrigen Gelderpreffung an, ermähnten ihreKameraden, sich ihnen anzuschließen und forderten, daß das gegenwär-tige Parlament bald ausgelöst werde, daß in Zukunft keine Person oderKörperschaft mit dem Hause der Gemeinen die souveräne Macht theilen,dieses alle zwei Jahre neu gewählt und das Wahlrecht der Bevölkerungund den Steuern entsprechend, über das ganze Land vertheilt werdensollte. Kein Mitglied dürfe sofort wieder gewählt, kein Bürger wegenSchulden eingekerkert oder zum Kriegsdienste gezwungen oder blos wegenseiner Religion von einem Amte ausgeschlossen werden, das Volk solltein den Grafschaften alle seine Beamten selbst ernennen, die Civilgesetzesollten für Alle gleich, abgeändert, und in ein einziges Gesetzbuch zusam-mengeschmolzen und endlich gewisse Rechte, besonders die Freiheit desGewissens für unverletzlich und über jede menschliche Gewalt erhabenerklärt werden.

Bei diesem Ausbruche der Idee» und Hoffnungen des Volks stiegdie Unruhe der Häupter aufs Aeußerste. Mehrere und zwar die Ver-ständigsten betrachteten, obgleich dem Hofe und den Presbyterianernfeindlich gesinnt, das Königthum und das Oberhaus als so mächtig, sotief in allen Thatsachen, Gesetzen und Sitten wurzelnd, daß die endlichin der Nähe erblickte Republik, ihren Ansichten nach, nichts als ein ge-fahrdrohendes Hirngespinnst war. Von den Republikanern selbst warendie meisten, obgleich aufrichtig und kühn, weit entfernt, alle Wünscheder Soldaten zu theilen. Die Einen, welche die Wahlen ihrer Stadtoder Grafschaft beherrschten, fürchteten durch ein neues System dortihr Ansehen zu verlieren, Andere, die Kirchengüter gekauft hatten, sahenmit Schrecken, daß das Volk murrte, weil diese Verkäufe zu so niedrigenPreisen geschehen waren und deren Nichtigerklärung forderte; die Advo-